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Jahresrückblick
Das waren Gladbachs Schlagzeilen 2015

Mönchengladbach: Flüchtlingsunterkunft in Sporthalle
Mönchengladbach: Flüchtlingsunterkunft in Sporthalle FOTO: Dieter Weber
Mönchengladbach. Flüchtlinge, eine 500-Kilo-Bombe, Salafisten und Rocker: In diesem Jahresrückblick zeigen wir, welche Nachrichten Mönchengladbach in diesem Jahr besonders bewegt haben. 

Zahl der Asylsuchenden wächst auf 2500

Das Thema des Jahres in ganz Deutschland ist auch Gladbachs Thema 2015: der dramatische Anstieg der Flüchtlingszahlen, ausgelöst durch die vielen Krisen im Nahen Osten, in Syrien und in Afrika. Akut wird es Anfang September, als die Bezirksregierung der Stadt zum zweiten Mal im Jahr eine größere Anzahl Asylsuchender zusätzlich zuweist.

Als kurzfristiger Unterbringungsplatz wird die Krahnendonkhalle in Neuwerk bereitgestellt, an der eine kleine Zeltstadt für knapp 200 Menschen entsteht. Alle anderen Unterbringungsmöglichkeiten sind zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschöpft, gut 2000 Asylsuchende sind im September in Mönchengladbach untergebracht, im November sind es knapp 2500 - mehr als doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor.

Borussia macht sich "Auf, auf, auf in die Champions League"

Raffael bleibt es vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen. Der Brasilianer erzielt beide Tore beim 2:0-Erfolg in Bremen und sichert Borussia damit am 33. Spieltag 2014/15 die erstmalige Teilnahme des Klubs an der Gruppenphase der Champions League. Den Einzug in die Königsklasse des europäischen Vereinsfußballs haben sich die Gladbacher nach einer Rekordrückrunde und dem dritten Tabellenrang im Endklassement auch redlich verdient. Zwölf der 17 Liga-Spiele im Frühjahr gewinnen sie, 39 von 51 möglichen Punkten holt Lucien Favres Team - mehr waren es in einer Halbserie noch nie.

Fotos: Bombe in Mönchengladbach gefunden FOTO: Sascha Rixkens/ Einsatzreporter MG

500-Kilo-Bombe in Eicken löst Groß-Evakuierung aus

Es ist eine der umfangreichsten Evakuierungsmaßnahmen der Stadt in den vergangenen Jahren. Weil am 3. März zur Mittagszeit bei Tiefbauarbeiten der NEW an der Martinstraße eine 500-Kilo-Bombe gefunden wird, müssen 3000 Menschen in Eicken kurzfristig ihre Häuser verlassen. Denn da der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bei den Bauarbeiten vom Bagger bewegt worden ist, muss schnell gehandelt werden.

Geldautomat in Mönchengladbach gesprengt FOTO: dpa, ve htf

Geldautomat in Venn gesprengt

 Es ist 3.56 Uhr am Morgen des 12. Oktober: Ein lauter Knall durchbricht die Stille am Stationsweg. Unbekannte haben den Geldautomaten der Venner Sparkassenfiliale gesprengt, Polizei und LKA gehen von organisierter Bandenkriminalität aus.     

Spezialkräfte nehmen Sven Lau in Mönchengladbach fest FOTO: Rene Anhuth/ ANC-NEWS

Festnahmen in salafistischer Szene

Ugur S. und Mustafa C. kommen aus Mönchengladbach, beide gehören zur salafistischen Szene, beide werden 2015 festgenommen. Spezialeinsatzkräfte stürmen im Januar eine Rheydter Wohnung und nehmen Mustafa C. fest. Mitte Dezember erwischt es auch den gebürtigen Mönchengladbacher Sven Lau. Der islamistische Prediger wird unter einem Vorwand ins Polizeipräsidium gelockt und dort mit blickdichter Brille und Kopfhörer auf den Ohren von vermummten Polizeikräften abgeführt. Lau wird bereits zum zweiten Mal vorgeworfen, "Gotteskrieger" rekrutiert zu haben. 

Getöteter Säugling Leo wird nur 19 Tage alt

Diese Tat schockt 2015 ganz besonders: Im Oktober wird in einem Haus an der Künkelstraße der erst 19 Tage alte Säugling Leo von seinem Vater schwer misshandelt und getötet. Der 26-jährige Vater, der mit dem Baby völlig überfordert ist, quält seinen Sohn tagelang und tötet ihn schließlich mit Schlägen auf den Hinterkopf. Auch die Mutter kommt in Untersuchungshaft: "Tötung durch Unterlassen" lautet bei ihr die Anschuldigung. Am 17. November gedenken 200 Gladbacher in einem Trauermarsch dem kleinen Leo.

Hells Angels – Ausfahrt, Razzia, Party

Für Gesprächsstoff haben die Hells Angels aus Mönchengladbach in den vergangenen Monaten genügend gesorgt. Am 10. Juli, wenige Tage nachdem der Bundesgerichtshof das Kuttenverbot gekippt hat, fahren 20 Rocker in kleinen Gruppen durch die Stadt, um Präsenz zu zeigen. Kurz darauf folgen mehrere Anschläge, unter anderem ein Kuttenraub, und eine Razzia des Spezialeinsatzkommandos in Odenkirchen. Im Oktober schließlich veranstalten sie in der Rheydter Diskothek "Kabelwerk" eine große Party mit 500 Gästen, die unter der Begleitung eines großen Polizei-Aufgebotes ruhig verläuft.

Reme-Mord: Täter sticht 30-mal zu

Am 31. Januar wird ein 17-Jähriger auf dem Reme-Gelände von seinem 20-jährigen Freund heimtückisch ermordet. Der Täter sticht 30-mal mit einem Messer zu. Wenige Stunden später tauchen Leichenbilder beim Kurznachrichtendienst WhatsApp auf. 

Breite Mehrheit für neue Stadttochter AöR Sauberkeit

Am 25. November ist es beschlossen: Mit dem Beginn des Jahres 2016 wird es eine neue städtische Tochter geben. Die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), ein Kompetenzzentrum Sauberkeit, wird ab dem 1. Januar für Abfallwirtschaft, Grünpflege und Straßenunterhalt verantwortlich sein. Im Rat findet sich dazu eine breite Mehrheit, die Debatten über die AöR sind damit aber nicht abgeschlossen. Ein wesentlicher Diskussionspunkt bleibt die finanzielle Ausstattung der Stadttochter. Kämmerer Bernd Kuckels schlägt im Haushaltsentwurf je acht Millionen Euro in den ersten beiden Jahren vor. Geklärt ist die Personalfrage: Hans-Jürgen Schnaß wird als AöR-Vorsitzender etwa 300 Mitarbeiter führen.

Die schönsten Augenblicke dieses Jahr in Mönchengladbach haben wir hier für Sie zusammengefasst. 

(togr)
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