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Mönchengladbach
Japanische Logistik floriert in Güdderath

Mönchengladbach: Japanische Logistik floriert in Güdderath
Ein Blick in die Halle von Nippon Express - oben rechts die Besuchergruppe beim Tag der Logistik. Neben der Lagerung werden den Waren auf Wunsch auch deutsche Bedienungsanleitungen beigefügt. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Seit 1993 ist das Logistikunternehmen Nippon Express aus Fernost in Gladbach ansässig und betreibt hier sein größtes Distributionszentrum in Deutschland. Weltweit gehört es zu den führenden Unternehmen der Logistikbranche. Von Christian Lingen

Riesige Hochregale, tausende Kisten und Kartons, jede Menge Gabelstapler und 30 Laderampen verteilt auf rund 33.000 Quadratmeter - so sieht es im Inneren einer Halle im Gewerbegebiet Güdderath aus, die dem japanischen Logistikunternehmen Nippon Express gehört. Seit 1993 ist das Unternehmen dort ansässig und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. "Der Standort Mönchengladbach ist der größte, den wir in Deutschland haben", sagt Assistant General Manager Bernd Willich. Mit 53.000 Mitarbeitern in 40 Ländern gehört Nippon Express zu den größten Logistikunternehmen weltweit. Neben der klassischen Lagerlogistik gehören besondere Angebote zum Profil des Unternehmens. So hält es über 40.000 Ersatzteile für technische Geräte vor und bietet diverse Mehrwertdienstleistungen an.

Die Ware, die in Güdderath bearbeitet wird, umfasst vor allem Dinge aus der Elektroindustrie, Maschinenbau und Möbel. Hin und wieder sind auch außergewöhnliche Dinge wie ein Auto dabei. Dafür gibt es in der Lagerhalle rund 39.000 Regallagerplätze und 5000 Bodenlagerplätze. Von der Produktionsstätte kommen viele Waren vor allem aus dem asiatischen Raum per Schiff in Rotterdam an. Von dort aus geht es in die Binnenhäfen von Neuss und Duisburg und dann per Lkw nach Güdderath.

Ausgewählt hat das Unternehmen den Standort wegen seiner guten Verkehrsanbindung. Ist die Ware eingetroffen, geht alles ganz schnell. Das Entladen eines Schiffscontainers mit 2000 Einzelkartons dauert maximal drei Stunden. Die Ware wird nach Wunsch des Kunden eingelagert oder aufbereitet.

Zur Aufbereitung gehört zum Beispiel, dass Kartons auf Paletten geladen und verpackt werden. Elektronische Geräte eines japanischen Herstellers für Computerzubehör werden zum Beispiel in einer nach Kundenwunsch hergerichteten Halle mit einem deutschen Bedienmenü versehen. Außerdem kommen deutsche Bedienungsanleitungen und bei besonderen Anlässen kleine Werbegeschenke hinzu. Ist ein Gerät defekt, wird es von den Mitarbeitern repariert. Für kurze Wege innerhalb des Hochregallagers sorgt ein selbstentwickeltes IT-System. Mit ihm kann die Ware bereits kontrolliert werden, wenn sie in einem Hafen ankommt. Ist das Lager in Güdderath einmal voll, gibt es eine Ausweichmöglichkeit in Bedburg. Dort betreibt Nippon Express eine weitere Lagerhalle.

Im Durchschnitt verlässt alle 30 Sekunden ein Warengegenstand das Distributionszentrum. In Mönchengladbach hat das Unternehmen keine eigenen Lkw, sondern arbeitet mit diversen Speditionen zusammen. Die Ware, die das Lager in Güdderath verlässt, geht in den meisten Fällen direkt zu den Kunden, zum Beispiel an Elektronikmärkte. Beliefert werden alle europäischen Länder.

Die Kontrolle über die Abläufe haben Mitarbeiter, die von der japanischen Firmenzentrale nach Güdderath entsandt werden. Weil die japanische Kultur das Unternehmen prägt, ist die Identifikation der Mitarbeiter mit der Firma hoch und alle sind engagiert bei der Sache. Eine spezielle Kundenklientel gibt es nicht. "Unsere Kunden reichen von kleinen Unternehmen bis zu ganz großen", sagt Bernd Willich. Daher wird auch alles transportiert und eingelagert. In Deutschland gehört Mönchengladbach zum so genannten Düsseldorf Branch. In der Landeshauptstadt wird Luftfracht bearbeitet.

Quelle: RP
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