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Mönchengladbach
Jeder Schüler musste Briketts mitbringen

Mönchengladbach: Jeder Schüler musste Briketts mitbringen
Ein Klassenfoto aus dem Jahr 1948. Der Autor besuchte damals die Schule an der Aachener Straße. Die Klassen waren groß. FOTO: Dieter Tillges
Mönchengladbach. Nach der Evakuierung wohnten wir an der Aachener Straße neben dem Kolpinghaus, oben unter dem Dach. Die kaputten Glasscheiben der Klassenfenster wurden mit Pappdeckeln notdürftig geschlossen. Um im harten Winter nicht zu erfrieren, musste jeder einmal Briketts mitbringen. Unser Lehrer, Herr Cremer, legte großen Wert auf Disziplin, Sauberkeit und das Aufstellen in Zweierreihen nach der Pause. Mit geballter Faust ging er die Reihen ab, um eine gerade Linie zu erreichen. Bei Nicht-Beachtung gab es einen Schubs, der schmerzlich sein konnte. Für die unterernährten Kinder gab es Speisen in einem Essgeschirr. Die Brühwurst wurde mir allerdings meistens von hinten blitzschnell gestohlen. Von Dieter Tillges

Trotz großer Armut und Elends hatten wir auch Spaß beim Spielen in den vielen Trümmerhaufen. Im Winter wurden die Schlitten zusammengebunden und hinab ging es von der Aachener Straße über die Ludwigstraße bis zur Gasthausstraße. Die Einkaufsläden an der oberen Aachener Straße hatten die Größe eines Wohnzimmers. Vom Hefewürfel für fünf Pfennig war, zuhause angekommen, nicht viel übrig. Heute macht der Anblick weggeworfener Lebensmittel mich traurig. Nach der Heimkehr meines Vaters aus der Gefangenschaft 1950 bezogen wir ein Eigenheim in Lürrip.

Quelle: RP
 
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