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Mensch Gladbach
Jetzt kommt die nächste Flüchtlingswelle

Mönchengladbach. Terrorgefahr? Grabschende Neu-Karnevalisten? Angriff aus Kroatien? Sturm? Na und! Wir lassen uns das Feiern von nichts und niemandem vermiesen! Pappnasen auf, Tuschmaschine an - tanken Sie reichlich närrischen Wahnsinn in der letzten Kolumne vor dem Straßenkarneval.

Gestern an der Ampel am Bismarckplatz fiel mir eine klassische Büttenredner-Pointe ein, die ich Ihnen - so kurz vorm Kamellen- und Bützchen-Siedepunkt - auf keinen Fall vorenthalten möchte. Zumal es um das Thema Flüchtlinge geht, über das eindeutig zu viel Unsinn und zu wenig Witze erzählt werden. Das etwas angestrengte Augenzwinker-Pathos des Büttenredners müssen Sie sich selbst dazu denken:

Wir ahnen, wie lang, schwer und entbehrungsreich ihr Weg ins sichere Gladbach gewesen sein muss. Wir verstehen ihre Sprache nicht. Wir verstehen ihre Religion nicht. Und ihre Moralvorstellungen sind uns fremd. Und trotzdem sagen wir aus vollem Herzen: Liebe Rheydter, willkommen in der Gladbacher Zivilisation! Sie dürfen das mit schönen Grüßen von mir wahlweise natürlich auch mit Schelsen und Giesenkirchen, Neuwerk und Bettrath oder Kothausen und Dorthausen weitererzählen.

Nun haben wir also die Rheydter und Wickrather halbwegs integriert und die Syrer wenigstens mal untergebracht, da droht die nächste Völkerwanderung. Die Düsseldorfer haben zwar schöne Wagen, die aber leider von Pappe sind, was bei einer Stadt, in der Schein wichtiger als Sein ist, völlig in Ordnung ist. Wenn aber nun der Wind ein bisschen pustet, weht er den Rosenmontagszug aus Sicherheitsgründen womöglich gleich mit weg. Dann kommen die um ihr Event betrogenen Düsseldorfer alle am Dienstag zum Zug nach Gladbach, weil hier natürlich alles solide gebaut ist. M'r donnt ja nicht nur, wat m'r könne - sondern wir können auch, was wir tun.

Dann stehen am Straßenrand in Mönchengladbach diesmal von Bernd Gothe handgestoppte 1.124.216 Menschen am Zug (wenn es sehr doll regnet, vielleicht auch 164 weniger; wie viele das sind, rechnen Sie bitte selbst aus). Die zu uns kommenden Düsseldorfer trauen ihren Augen nicht: viel Grün, Parkplätze und noch nette Menschen - also alles das, was es in Düsseldorf nicht gibt. Zwei Drittel beantragen sofort Asyl. Und dann haben wir den Salat!

Dann müssen wir wohl, oder genauer gesagt, übel das Minto vorläufig zum Erstaufnahmelager für die Flüchtenden aus der Landeshauptstadt umfunktionieren. Zumindest, bis der neue Baudezernent genug Häuser gebaut hat, am besten am Wasser, das schätzt der Landeshauptstädter.

Jetzt müssen wir nur Glück haben, dass der kroatische Botschafter gerade Urlaub daheim in der pannonischen Tiefebene macht (ich kann wirklich nichts dazu, dass die so heißt) und darum keine Gelegenheit hat, vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen Protest einzulegen. So schafft Mönchengladbach es tatsächlich, seine Unabhängigkeit von der grassierenden Weltuntergangsstimmung zu erklären und sich feierlich im Schloss Rheydt zum eigenen Staat auszurufen. Bewerbungen für das Amt des Ministerpräsidenten, das Amt des Staatspräsidenten, das Amt des Trainers der Nationalmannschaft und des Ministeriums für Brauchtum und Innere Sicherheit richten Sie bitte an: GroKo, 41061 Mönchengladbach. Einsendungen via Facebook mit lustigen Tier-Videos werden bevorzugt behandelt.

Tusch, Rakete, Ausmarsch und überhaupt. Und jetzt: Feier frei!

Quelle: RP
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