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Mönchengladbach
Mega-Freizeitpark im JHQ: Nun ist der Bund am Zug

JHQ in Mönchengladbach: Verhandlunen über Freizeitpark
Im JHQ soll ein Mega-Freizeitpark in Disney-World-Dimension entstehen. FOTO: Ulrích Zillmann
Mönchengladbach. Die Vertreter der arabischen Investoren wollen in Gladbach bauen. Aber sie brauchen bis Jahresende Klarheit, ob das JHQ für das Milliarden-Projekt zur Verfügung steht. Ein Verhandlungsmarathon mit Bund und Nachbarkommunen steht bevor. Von Jan Schnettler

Hirngespinste waren gestern. Reiste die Mönchengladbacher Delegation in den vergangenen Jahren meist mit Visualisierungen, Ideen und Modellen zur Münchener Gewerbeimmobilienmesse Expo Real, sind es diesmal in erster Linie die bereits realisierten Projekte, mit denen man für Aufmerksamkeit sorgt: Minto, Rheydt, Santander im Nordpark. Was aber niemanden daran hindert, auch die größte aller Visionen zumindest schon mal im Handgepäck mitzubringen: den 1,5-Milliarden-Euro-Mega-Freizeitpark in Disney-World-Dimensionen, der seit 18 Monaten wie ein Märchen aus 1001er Nacht durch die Stadt wabert.

Und auch der ist kein Hirngespinst, auch wenn er noch ganz weit von der Realisierung entfernt ist: Die Stadt will ihn und tut dafür das ihr Mögliche, um am Ende nicht wie bei der Skihalle der Gelackmeierte zu sein, und auch die Menschen, die die arabischen Investoren vertreten, wollen ihn. In Gladbach. Am Montagabend beim Mönchengladbacher Empfang im Vorhoelzer Forum der TU München präsentierten sich Nidal Alhossary und Siegfried Markus Brudermann erstmals der Öffentlichkeit, gestern besuchten sie den Niederrhein-Messestand auf der Expo. Ihre klare Botschaft: Ja, wir wollen in Mönchengladbach bauen - aber bevor wir tiefer in die Vorplanung einsteigen und beispielsweise Machbarkeitsstudien für einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Weg bringen, brauchen wir die Gewissheit, dass das Grundstück dafür auch wirklich zur Verfügung steht.

Rückblick: Die Welt des JHQ in Mönchengladbach FOTO: Margarethe Fols

Bekanntermaßen gehört das JHQ der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), und bekanntermaßen scheiterte schon das Rock-am-Ring-Projekt nicht zuletzt an der ungeklärten Grundstücksfrage. "Wir wollen bis zum Jahresende Klarheit darüber", sagt Alhossary, der von Dubai aus arbeitet. "Wir liegen gut im Zeitplan, um noch dieses Jahr mit guten Neuigkeiten zu kommen", sagt Brudermann, dessen Firma Dawant in Hongkong und im österreichischen Kirchberg sitzt. Im Rennen mit dem letzten Konkurrenten Tilburg liege Gladbach jedenfalls "bestens", Stadt, Wirtschaftsförderung und Politik hätten gut vorgelegt: "Die Zusammenarbeit ist sehr, sehr positiv", sagt Brudermann. Der Ball liege nun in der Spielhälfte der BImA, sagt Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus, "und zwar ganz tief drin." Donnerstag kommender Woche hat er einen Termin in Berlin mit den parlamentarischen Staatssekretären der Bundesministerien für Finanzen (Jens Spahn) und des Inneren (Günter Krings, beide CDU), um den Druck zu erhöhen. "Man muss aber auch die NRW-BImA mit im Boot haben", sagt Hans Peter Schlegelmilch, Fraktionsvorsitzender der CDU in Gladbach. "Es war auf jeden Fall schon einmal gut, dass sich die Vertreter der Investoren gezeigt haben." Auch Gespräche mit Viersen stünden kommende Woche an, um das Projekt auch interkommunal abzusichern. Denn bei einem Projekt von solchen Dimensionen will man sämtliche Eventualitäten berücksichtigen.

Die Vertreter der arabischen Investoren, Nidal Alhossary (links) und Siegfried Markus Brudermann, besuchten gestern auf der Expo Real den Niederrhein-Stand. FOTO: Schnettler

Zwei Millionen Euro wurden bisher in die Vorplanung des "Seasons"-Projekts investiert; 15 bis 20 weitere wären es für den nächsten Planungsschritt, für den Alhossary und Brudermann nun Zwischeninvestoren suchen. Unabhängig davon, ob es am Ende im JHQ oder in Tilburg - auf der Europakarte ähnlich zentral gelegen - oder möglicherweise auch gar nicht realisiert wird. Für die Endinvestition von bis zu 300 Millionen Euro - der Rest würde über Kreditmittel abgedeckt - würden dann wohl Großinvestoren aus der Golfregion einsteigen. Doch auch mit deutschen Pensionskassen wird offenbar schon gesprochen. Sollte das zarte Pflänzchen tatsächlich zur Reife gelangen, wäre von mindestens zwei Jahren Planungs- und fünf Jahren Bauzeit auszugehen.

Das JHQ wird zur Flüchtlingsunterkunft FOTO: Dieter Weber
Quelle: RP
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