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Mönchengladbach
Freizeitpark-Projekt nimmt Fahrt auf

JHQ Mönchengladbach: Freizeitpark-Projekt nimmt Fahrt auf
Ein Bild aus dem Seasons-Imagefilm, der im Internet unter www.seasons-global.com zu sehen ist. In der Mitte das Logo, das die vier Jahreszeiten und die vier Kuppeln symbolisiert, die im JHQ entstehen können. FOTO: www.seasons-global.com
Mönchengladbach. Die Investoren, die das JHQ in einen Freizeitpark verwandeln wollen, suchen schon ein Büro in Gladbach. Und OB Reiners spricht mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Von Ralf Jüngermann und Jan Schnettler

Horst-Peter Vennen (SPD) hat als Vorsitzender des Bauausschusses und Planungsexperte seiner Partei viele Projekte kommen und auch gehen gesehen. Er ist einer, der nicht zu unnötigen Aufgeregtheiten neigt. Wenn es um das "Seasons" geht, versucht er gar nicht erst zu verbergen, wie elektrisiert auch er von der Option eines gigantischen Freizeitparks im JHQ ist. "Das wäre der Sensations-Coup schlechthin und würde die Stadt ganz weit nach vorne bringen. Und wir haben eine gute Chance", sagt Vennen. Erst recht nach dem Verlauf der vergangenen Wochen. Denn seit der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real, bei der sich in München die Vertreter der Investoren erstmals öffentlich präsentierten, ist Drive in das Milliarden-Projekt gekommen.

In Berlin brachte Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus die Vertreter der Investoren mit der Spitze der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und Entscheidern von NRW Invest, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes, zusammen. Genau diese Akteure werden nun gebraucht, um das Projekt zu realisieren. Dem Bund gehört das Gelände. Vier riesige überdachte Glaskuppeln, Hotels, Wohnen, eine Shopping Mall, 2000 neue Arbeitsplätze, neue Straßen, Millionen von Besuchern, 1,5 Milliarden Euro Invest - "Seasons" ist zu groß, als dass Gladbach es alleine schultern könnte. Der Freizeitpark würde ein Projekt des Landes NRW. Dazu muss das Land sich erklären, dass es das Gelände nicht in noch größerem Stile zur Unterbringung von Flüchtlingen braucht. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners wird darum bei Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vorsprechen, um die Bedeutung des "Seasons" nicht nur für den Niederrhein, sondern für ganz NRW deutlich zu machen. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin ist seit längerem im Thema.

Rückblick: Die Welt des JHQ in Mönchengladbach FOTO: Margarethe Fols

Derweil bekommen die Investoren ein klares Zeichen der Stadt. Der Oberbürgermeister bestätigte der RP, dass er das Thema auf die Tagesordnung des Rates setzen wird, wohl schon in der Sitzung am 2. November. "Der Fortgang des Projekts erfordert eine weitere Vereinbarung zwischen Investor und Stadt. Wegen der Dimensionen ist es mir wichtig, dass ich diese Verabredung dem Rat zur Entscheidung vorlege", so Reiners. Das Papier trägt den Titel "Memorandum of understanding" und schafft für beide Partner größere Verbindlichkeit. Der Investor versichert, mit keinem anderen Standort zu verhandeln. Das ist ein klareres Bekenntnis zu Gladbach, als es das bisher gab. Dazu passt die Nachricht, dass die Seasons-Planer eine Residenzgesellschaft mit Sitz in Gladbach gründen wollen und gerade auf Bürosuche sind.

Alle Beteiligten betonen, dass es noch eine Menge Hürden gibt. Doch man spürt: Am Zusammenspiel zwischen Stadt, Land und Bund wird das Mega-Projekt eher nicht scheitern. Meint es die Investorengruppe tatsächlich ernst - und die Anzeichen verdichten sich - dann kann der Mega-Deal tatsächlich gelingen. Dass man im Internet Blog-Beiträge findet, die die Vertreter der Investoren als Hochstapler anprangern, die lediglich ein Netzwerk aus Briefkastenfirmen aufgebaut haben, ficht in Gladbach niemanden an. Schon jetzt haben die Planer fast zwei Millionen Euro ins Projekt gesteckt. Kommt es zum nächsten Planungsschritt, müssen sie weitere rund 20 Millionen Euro investieren. Bisher gibt es keinerlei Hinweise, dass sie dazu nicht in der Lage sind.

Das JHQ wird zur Flüchtlingsunterkunft FOTO: Dieter Weber
Quelle: RP
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