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Mönchengladbach
"Joldenes Spönnrad" für Kabarettisten Volker Weininger

Mönchengladbach: "Joldenes Spönnrad" für Kabarettisten Volker Weininger
v. l.: Vorsitzender Reiner Schmitz, Preisträger Volker Weininger, Laudatorin Marion Zaum und Präsident Heino Lambertz. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. "Du bist ein Riesenkünstler" - mit diesen Worten erhielt Volker Weininger am Samstagabend das "Joldene Spönnrad". Von Sigrid Blomen-Radermacher

Mit dieser Ehrung durch die Hardter Karnevalsgesellschaft Spönnradsbeen reiht sich der in Bonn lebende Kabarettist und Karnevalist, Jahrgang 1971, ein in eine respektable Galerie von mittlerweile 44 Geehrten, zu denen unter anderen Jupp Schmitz, Kurt-Adolf Thelen, Kurt Lauterbach, Bernd Gothe und die Paveier gehören. "Und ihr seid ein außerordentlich sympathischer Verein", gab Weininger das Kompliment zurück - und fügte hinzu: "Es ist eine große Ehre, mit so vielen großen Namen auf einer Liste zu stehen."

Knapp 100 Gäste waren zu der Veranstaltung mit Gala ins Pfarrheim von St. Nikolaus gekommen, unter ihnen das amtierende und das designierte Prinzenpaar sowie Stadtsparkassen-Geschäftsstellenleiter Udo Claßen und Hermann Behrens von der Volksbank. Die Laudatio auf den 44. Spönnrads-Träger hielt Regisseurin Marion Zaum. Sie erzählte, wie der Vorstand der Karnevalsgesellschaft Weininger in Bonn besucht, auf den Bonner Rheinterrassen Bier getrunken und aus dem Nähkästchen geplaudert habe. Wie der Sohn evangelischer Eltern erstmal so gar nichts mit dem Karneval zu schaffen gehabt, Deutsch und Englisch studiert und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet habe, bevor er sein Talent als Kabarettist und später als Karnevalist entdeckt habe. Seit 2009 ist Weininger hauptamtlich Kabarettist, seit 2012 im Karneval unterwegs. Was unerlässlich ist für einen, der das Joldene Spönnrad erhalten möchte: Er muss sich nicht nur um den Karneval verdient gemacht haben, sondern sich daneben auch auf sozialem Gebiet betätigen. Und das tut Weininger. Seit vielen Jahren ist er ehrenamtlich in der Jugendarbeit von Tennis- und Fußballverein sowie in Fördervereinen für Kultur und Bildung tätig und unterstützt finanziell und ideell einen Freund, der Projekte für Kinder und Jugendliche in Uganda ins Leben gerufen hat.

"Eine Schnittmenge zwischen Kabarett und Karneval gibt es nicht", erklärte Weininger, und gab vor dem Publikum eine Kostprobe seines Alter Ego, dem "Sitzungspräsidenten". Für den gibt es übrigens ein lebendes Vorbild in seinem Heimatdorf: einer, "der schon um 19 Uhr einen im Tee hatte". Volker Weiningers Rede, die, wie viele andere, wie das Publikum erfuhr, in den Räumen der Bibliothek der Uni Bonn entstanden ist, klang zwar alkoholselig, brachte aber genau und humorvoll gesellschaftliche und politische Schwachstellen auf den Punkt. Da ist zum Beispiel ein Karnevalsverein, der wegen der Dieselaffäre eine Zugmaschine auf Biogasanlage umrüstete und von Cem Özdemir auf "Kakamuhmuhbrumbrum" hat taufen lassen. Da erzählt Weininger von dem "orangen Prärie-Frettchen, der Stradivari unter den Arschgeigen" - wen er meint, braucht er kaum zu sagen. Da erzählt er von Hipstern in Röhrenjeans so eng, dass sie als Thrombose-Strümpfe durchgehen würden, und von all den "Vollpfosten" um ihn herum.

Vielleicht gibt es ja doch eine winzige Schnittmenge zwischen Karneval und Kabarett.

Quelle: RP
 
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