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Mönchengladbach
Junge Union will mehr Verantwortung

Mönchengladbach. Bei ihrer Jahreshauptversammlung blickt die Nachwuchsorganisation der CDU auf die Kommunalwahl. Von Ralf Jüngermann

Früher hatte die Junge Union ihren größten Auftritt einmal im Jahr beim CDU-Karneval: Dann war der freche, querdenkende und manchmal auch anarchische Nachwuchs den Altvorderen höchst willkommen. Im Rest des politischen Jahres waren die Nachwuchspolitiker beim Plakate-Kleben in Wahlkämpfen ganz vorn dabei, nicht aber, wenn es um die Grundsatzpositionen und noch weniger, wenn es um Posten ging. Die Zeiten sind vorbei - und das nicht nur, weil es den CDU-Karneval beklagenswerterweise nicht mehr gibt. Die Rheydter CDU hat gerade den 21-jährigen Roderich Busch zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Martin Heinen hofft, der Landtagskandidat der CDU im Norden zu werden. Der alte und neue JU-Vorsitzende Simon Schmitz ist Mitglied im Umweltausschuss und ständiger Gast in der CDU-Ratsfraktion.

Schmitz gab bei der Mitgliederversammlung in den Räumen der Volksbank die selbstbewusste Lösung für die Kommunalwahl 2020 aus: "Wir müssen den Mut und die Größe haben, uns als Kandidaten anzubieten", sagte er. Das Wort der Jungen Union habe Gewicht in Partei und Fraktion, sagte Schmitz. Dass sich Günter Krings der JU am Samstag nicht nur als Gastredner, sondern auch noch als Versammlungsleiter zur Verfügung stellte, passt zu diesem Eindruck.

Krings sprach über die Lehren aus der Flüchtlingskrise in Bund, Land und Stadt. Dass der Streit über diese Frage in der Union eskaliere, sei ärgerlich und unnötig. Die CDU habe zwischenzeitlich ihren Kurs geändert, "überwiegend aus guten Gründen", lösen ließen sich die Herausforderungen aber nur gemeinsam. Mönchengladbach habe die Aufgabe glänzend bewältigt, und zwar vor allem wegen des Einsatzes des Dezernenten Gert Fischer. "Es war offensichtlich nötig, dass er diese Aufgabe übernommen hat", so Krings.

Krings hält einen umfassenden Orientierungskurs für Flüchtlinge für nötig. Neben Spracherwerb und Heranführen an den Arbeitsmarkt brauchten die Asylbewerber "eine Gebrauchsanleitung für Deutschland". "Es darf in Deutschland keinen Rabatt auf unsere Werte und Regeln geben", sagte Krings.

Über die Vorzüge einer Multi-Kulti-Gesellschaft lasse sich von der Dachterrasse in Berlin leichter philosophieren als im Römerbrunnen oder in Teilen Rheydts. Dass das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen auch Probleme bringe, müsse man akzeptieren. Die Asylbewerber, die kein Bleiberecht haben, müssten so schnell wie möglich in ihre Heimatländer zurück, und zwar auch im Sinne der Betroffenen. "Wir tun den Familien keinen Gefallen, wenn sie mit ihren Kindern hier Wurzeln schlagen und dann nach zwei Jahren zurückgeschickt werden", so Krings. In dieser Frage sieht Krings große inhaltliche Unterschiede zu den Grünen. "Darum bin ich von Gedankenspielen für Schwarz-Grün auf Landesebene auch nicht begeistert."

Die Junge Union geht in die nächsten beiden Jahren mit bewährter Führungscrew: Simon Schmitz und Michael Fischer wurden einstimmig als Vorsitzender und Stellvertreter wiedergewählt. Neuer Geschäftsführer ist der ebenfalls einstimmig gewählte Mirco Mehren.

Quelle: RP
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