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Mönchengladbach
Junior-Benediktpreis zum ersten Mal verliehen

Mönchengladbach. Nur Party im Kopf und auf Facebook, Tinder und Co. unterwegs: So sehen viele die Jugend. Dass dieses Klischee nicht stimmt, hat eindrucksvoll die Verleihung des Junior-Benediktpreises von Mönchengladbach gezeigt. Die Auszeichnung, die mit 1500 Euro dotiert ist, wurde am Donnerstagabend zum ersten Mal verliehen. Nominiert waren insgesamt vier Projekte junger Leute, die sich gesellschaftlich für die Stadt oder die Region verdient gemacht haben. Von Sabine Winkler

Der 2013 gegründete Verein zur Erhaltung des traditionsreichen Preises möchte das Engagement von jungen Menschen im Alter zwischen 17 und 30 Jahren würdigen. Dabei spielt die christliche Tradition eine tragende Rolle, wie der Name mit Bezug auf den heiligen Benedikt von Nursia zeigt. "Die Wurzeln von Benedikts Handeln spiegeln sich in der heutige Zeit und sind wichtiger denn je", betont Helmut Linnnenbrink, Vorsitzendes der Benediktpreis-Vereins.

So fanden sich unter den prämierten Projekten einerseits Initiativen zum inter- als auch soziokulturellen Austausch, aber auch solche mit einem historischen Ansatz. Mit einem Sonderpreis wurde die von Eva Vaßen, Leiterin der Jugendfreizeitstätte St. Michael in Holt, ins Leben gerufenen Aktion "Mönchengladbach stellt sich quer" bedacht. Als Gegenprotest zu einer rechtsradikalen Veranstaltung an einer Flüchtlingsunterkunft im Mai, organisierte sie ein interkulturelles Frühstück. Den Sonderpreis erhielt ihre Courage auf Vorschlag des erst vor kurzem verstorbenen Edmund Erlemanns.

Den zweiten Platz teilten sich das Mädchencamp Mönchengladbach der katholisch-evangelischen Jugendarbeit, sowie die einzigen Nicht-Gladbacher, die UNESCO-Projektgruppe des Inda-Gymnasiums in Aachen. Die Idee des Mädchencamps zeigt, wie integrative und emanzipatorische Arbeit gelingen kann. Aber auch das Inda-Gymnasium aus Aachen hat sich mit seinem Heimatprojekt, eine Säuberungsaktion des Aachener Doms, der UNESCO Weltkulturerbe ist, besonders engagiert.

Gemeinsam mit ihrem Lehrer Thomas Prinz erstellten sie einen Dokumentarfilm, indem sie die historische Dimension des Doms festhielten. Der Film wurde sogar während des letzten UN-Kongresses in Bonn gezeigt.

Besonders herausragend und sichtbar in Gladbach selbst ist das Wirken des Vereins Waldhaus 12. Die ehemals studentische Initiative wurde auf Vorschlag der Leiterin des Museums Abteiberg, Susanne Titz mit dem Junior-Benediktpreis 2015 ausgezeichnet. Vielen dürfte der Margarethengarten, das Urban-Gardening-Projekt in Eicken, ein Begriff sein. Mit ihrem Ladenlokal haben sie ein öffentliches Wohnzimmer geschaffen. Die Ausgezeichneten waren bei der Bekanntgabe überwältigt: "Wow, danke", brachte Constanze Schulte, bis vor kurzem noch Vorsitzende des Vereins, als erstes hervor. Sie machte deutlich, worum es dem Verein am meisten geht: "Wir kitzeln das Pozential der Stadt heraus." Das schätzt OB Hans Wilhelm Reiners sehr. Er verbindet mit allen nominierten Projekten des Juniorpreises etwas Persönliches. Dem Gewinner Waldhaus 12 hat er noch ein Versprechen für sein Prestigeprojekt Margarethengarten gegeben. Aufgrund eines Büroneubaus ist die Existenz des Gartens gefährdet. "Wir werden dieses Projekt weiter aufrecht erhalten," sicherte er zu. Wie sein großes Vorbild zeigt der Junior-Benediktpreis wie vielfältig Engagement sein kann. Der stellvertretende Vorsitzende des Benediktpreises, Bernd Hillekamps, unterstrich: "Wir stehen vor großen Herausforderungen. Es sind gerade die Jungen, die sich diesen stellen."

Quelle: RP
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