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Mönchengladbach
Junkers "Traum des Fliegens"

Mönchengladbach: Junkers "Traum des Fliegens"
Die Ausstellung "Vor 100 Jahren abgehoben" ist noch bis Februar im Hugo-Junkers-Gymnasium zu sehen. Phillip Büdgenbach erklärt den Besuchern sein Bild. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Das Hugo-Junkers-Gymnasium erinnert mit zwei Projekten an den 100. Jahrestag des J1-Erstflugs. Von Klemens Zirngibl

Fliegende Elefanten sind zu sehen. Gleich daneben leuchtet das Wort "Flugmodus" groß auf, und etwas weiter ist Richard Drews "Falling Man" abgebildet. Gemeint sind die Bilder der Ausstellung "Traum des Fliegens" des Hugo-Junkers-Gymnasiums (HGJ) in Mönchengladbach. Denn vor rund 100 Jahren, am 12. Dezember 1915, hob die von Hugo Junkers konstruierte J1 auf einem Flugfeld in Döberitz nahe Berlin zu ihrem Jungfernflug ab. Dabei handelte es sich um den ersten Flug eines Ganzmetallflugzeugs mit verspannungsfreien Flügeln. Obwohl die J1 bei der Landung in Turbulenzen kam - ein Rad und ein paar Schweißnähte des 973 Kilogramm schweren Flugzeugs gaben nach - gilt das Unterfangen noch heute als Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt. Zu diesem Anlass erinnert das nach dem Erfinder benannte Gymnasium mit einer Ausstellung und einem 21-minütigen Film an diesen besonderen Tag.

"Das war damals absolut unvorstellbar, so etwas Schweres in die Luft zu bringen", erzählt Wolfgang Bremges, Schulleiter des HGJ. Denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts war man noch der Meinung, dass Flugzeuge möglichst leicht und damit aus Holz gebaut werden müssten. "Doch allen Unkenrufen zum Trotz ließ er seine Vision vom Fliegen mit einer großen und transportfähigen Maschine ganz aus Metall wahr werden", sagt Bremges, der von dem Namenspatron seiner Schule begeistert ist.

Aber wie sieht der "Traum vom Fliegen" heute aus? Mit dieser Frage haben sich die Schülerinnen und Schüler des Q2-Kunstkurses über das gesamte Jahr auf ihre ganz eigene kreative Art auseinandergesetzt und kamen dabei zu unterschiedlichsten Ergebnissen. "Für Junkers war es das Flugzeug, aber für meine Schüler konnte dieser jahrtausendealte Wunsch des Menschen auch Dinge wie Leichtigkeit, das Überwinden von Grenzen oder aber auch der Albtraum vom Fliegen bedeuten", schildert Kursleiter Stephan Merschieve. Heraus kamen Bilder, die die gesamte Vielfalt des Strebens nach dem Fliegen zeigen. "Ich wollte mit den Anschlägen vom 11. September aufzeigen, wie Fliegen auch missbraucht werden kann", erläutert Phillip Büdgenbach seine Version des "Falling Man". Gänzlich anders ist hingegen Nandi Grollik an das Thema herangegangen: "Beim Flugmodus geht es einfach darum, was sich alles entwickeln kann, wenn man seinen Gedanken und seiner Kreativität freien Lauf lässt."

Zusätzlich zur Ausstellung hat der Informatikkurs in Eigenregie einen Film über die Geschichte und das Leben Hugo Junkers erstellt. "Wir wollten aufzeigen, was er für uns und die Schule als Vorbild in Sachen Kreativität, Pioniergeist und vielseitiger Bildung bedeutet", berichtet Elene Faktorovich, unter deren Leitung das Projekt entstanden ist. Wer den Film einmal selbst sehen möchte, findet ihn demnächst auf der Webseite des HJG.

Die Ausstellung kann noch bis Februar zu den Öffnungszeiten der Schule in Rheydt an der Brucknerallee besucht werden.

Quelle: RP
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