| 00.00 Uhr
Mönchengladbach
Jurist schmuggelt Heroin in JVA
Mönchengladbach: Jurist schmuggelt Heroin in JVA
In der Mönchengladbacher Justizvollzugsanstalt sollen bei einer Durchsuchung des Rechtsanwalts Drogen gefunden worden sein. FOTO: Detlef ilgner
Mönchengladbach. Ein Mönchengladbacher Rechtsanwalt soll seinen Mandanten im Gefängnis mit Drogen versorgt haben. Mitgefangenen war Verdächtiges aufgefallen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen. Von Gabi Peters

Drei Gramm Heroin fanden die ermittelnden Beamten bei einem Rechtsanwalt, als sie ihn in der Justizvollzugsanstalt Mönchengladbach durchsuchten. Auf die Spur des Mannes soll die Polizei durch Hinweise von Gefangenen gekommen sein. Ihnen war Verdächtiges aufgefallen.

Das Gleiche soll für die Wächter gelten, die die Polizei einschalteten. Der Rechtsanwalt aus Mönchengladbach soll einen seiner Mandanten im Gefängnis mit den Drogen versorgt haben. Ob es bei einem einmaligen Versuch blieb oder ob der Jurist seine Mandanten regelmäßig mit Heroin versorgte und den Stoff öfter in die Justizvollzugsanstalt schmuggelte, ist noch nicht bekannt.

Polizeisprecher Willy Theveßen bestätigte gestern den Fall, wollte aber aus "ermittlungstaktischen Gründen" keine weitere Auskünfte geben. Laut Oberstaatsanwalt Lothar Gathen spielte sich der Vorfall in der Mönchengladbacher Justizvollzugsanstalt ab. Aber auch er hält sich zurück, wenn es um nähere Informationen geht.

Nach den ersten Hinweisen auf den Heroinschmuggel im Gefängnis soll die Kriminalpolizei zunächst verdeckt ermittelt haben. Vor wenigen Tagen griff sie zu. Auch bei der Durchsuchung der Wohnung des Mönchengladbacher Rechtsanwaltes wurden Drogen gefunden, wie Gathen bestätigte. Nach RP-Informationen sollen die Ermittler 30 Gramm Heroin entdeckt haben.

Dass Verteidiger zu Angeklagten werden, weil sie Drogen in den Knast schmuggeln, ist zwar äußerst selten, aber kein Einzelfall. 2008 wurde in Lüneburg ein Rechtsanwalt zu einer Haftstrafe verurteilt. Er soll zwei Jahre lang Drogen in die Justizvollzugsanstalt Uelzen geschmuggelt haben. Versteckt wurde der Stoff in Baguette-Brötchen und präparierten Snickers-Riegeln. Offenbar bestellte ein Inhaftierter die Drogen bei dem Juristen per Telefon und verkaufte sie später weiter an seine Mithäftlinge. Neben der Gefängnisstraße erhielt der Rechtsanwalt ein Berufsverbot. Seine Zulassung hatte der Jurist schon vor dem Prozess abgegeben.

Quelle: RP/rl
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar