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Mönchengladbach
Kaiserpaar der Herzen bützt am Alten Markt

Mönchengladbach: Kaiserpaar der Herzen bützt am Alten Markt
FOTO: Krebs Andreas
Mönchengladbach. Zum Stadtschützenfest am 3. September heißt es "Nur die Liebe zählt". Ein Gablé-Roman diente dabei als Inspiration. Von Peter Müller

Das Stadtschützenfest, lebendiger Ausdruck der Liebe zum Brauchtum, bekommt in diesem Jahr mit einer besonderen Liebesgeschichte eine zusätzliche emotionale Note: Otto und Adelheid "kriegen sich" am Alten Markt. Das Kaiserpaar, beteiligt wohl auch an der Gründung von Abtei und Stadt vor mehr als 1000 Jahren, zeigt sich, hoch zu Pferd, in demonstrativer Verliebtheit dem Volke.

Wie geschaffen für die Rolle der hochadeligen Turteltäubchen: Gladbachs Prinzenpaar der ausgehenden Karnevals-Session, das mit Herz dabei ist und seit Ende letzten Jahres die ganze Welt umarmt. Jetzt verbessern sich Barbara Gersmann und Norbert Bude zu neuen, diesmal kaiserlichen, Würden und verkörpern mit ihrem Auftritt eine Geschichte von Liebe, Leid, von Wirrungen und Irrungen, von Glück und Seligkeit. Die Vorlage dazu liefert niemand Geringeres als Gladbachs Star-Autorin Rebecca Gablé mit ihrem jüngsten Bestseller-Roman "Die fremde Königin".

Schützenchef Horst Thoren, der sich den unterhaltsamen Wälzer als Gute-Nacht-Lektüre vorgenommen hat, war schon nach den ersten 20 Seiten davon überzeugt: "Dat isset! Der Stoff passt zu uns und unserer Stadt der Herzlichkeit." Immerhin siegt in der Geschichte das Gute, kann der kämpferische Otto die gefangene Adelheid aus der Geiselhaft befreien und zum Weibe gewinnen. Dass die Ottonen (Otto und sein gleichnamiger Sohn) über Erzbischof Gero und Abt Sandrad den Anstoß zur Gründung der Abtei gaben, ist belegt und sorgt jenseits aller Legenden für den von Horst Thoren alljährlich gesuchten historischen Bezug zur Stadtgeschichte.

Links: Am Braunschweiger Altstadtrathaus sind Bildnisse von Kaiser Otto I. und Adelheid von Burgund zu sehen. Unten: Das Buch "Die fremde Königin" von Rebecca Gablé diente als Vorlage - Norbert Bude und Barbara Gersmann verkörpern beim Stadtschützenfest Otto und Adelheid. FOTO: Müller (3), Krebs

Nachdem sich Barbara und Norbert im Winterbrauchtum durch die Stadt gebützt haben, können sie jetzt im Spätsommer noch einmal ihre Charme-Offensive starten. Motiviert durch Nik Eberts Karnevalsmotto "Gladbach umarmt die Welt" haben sie ihr Talent offenbart, auf die Menschen zuzugehen und sie liebevoll in und auf den Arm zu nehmen. Unterstützung finden sie bei Festzug und Parade am 3. September bei 2500 Schützen und Musikanten, Zehntausenden Besucher und einem knappen Dutzend der üblichen Verdächtigen aus der Truppe "Auf Zack im Frack".

In der Abteilung der Frackträger findet diesmal auch der Ober-Verwandlungskünstler der vergangenen Jahre, Bürgermeister Michael Schroeren, Aufnahme. Nach altem Fritz und Napoleon, nach Barbarossa und Räuberhauptmann gibt sich Schroeren mit der Rolle des Bürgerkönigs zufrieden. Der jung gebliebene Tausendsassa Schroeren reitet als Majestät des Gladbacher Schützenfestes von 1853 vor. Die entsprechende Ausstattung hat er schon. Nachlesen muss er noch in Journalen des 19. Jahrhunderts, was über den Schützenkönig und dessen Auftreten berichtet wird. Davon hängt auch ab, ob Schroeren Perücke oder Bart tragen wird.

Einen Zwirbel-Schnäuzer könnten sich die Schützen als Ausstattungsergänzung auch bei "General" Lothar Erbers vorstellen, der schon seit Jahren hoch zu Ross das Regiment kommandiert und bei Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners das Ja-Wort zur Parade einholt. Die Maskenbildnerin übt schon das Zwirbeln, nur Erbers ahnt noch nix von seinem Glück...

Die Traditionsriege der Paradefräcke bilden Friedhelm Kirchhartz, Gert Kartheuser, Frank Kindervatter, Hartmut Wnuck, Gunter Konrad, Nik Ebert, Michael Hollmann und Ralf Dürselen. Als hoffnungsvoller Nachwuchs angeworben und eingekleidet wurden Hans-Jürgen Schnaß von der Mags, SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs, die CDU-Landtagsneulinge Jochen Klenner und Frank Boss, Armin Marx (NEW) und Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber und Gabi Teufel sorgen für die weibliche Note.

Zu sehen und zu bestaunen sind Otto, Adelheid und die historische Fracktruppe am Sonntag, 3. September, bei Festzug (15.30 Uhr) und Parade (16.15 Uhr) am Alten Markt. Dazu lädt der gastgebende Bruderrat auch Kult-Autorin Rebbeca Gablé ein und wünschen sich die Schützen den Besuch der neuen NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach.

Von beiden prominenten Damen wird eine Liebeserklärung zum Kulturerbe Schützen-Brauchtum erhofft, das mit den Gladbacher Bruderschaften eine 700-jährige Tradition und mit dem Bezirkskönig einen bürgerlichen Repräsentanten hat. Dazu passt das Leitwort zum Fest: " ... nur die Liebe zählt."

Quelle: RP
 
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