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Mönchengladbach
Kappesfest mit Ritter und Steampunk

So schön war das Kappesfest 2015
So schön war das Kappesfest 2015 FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Das 30. Kappesfest hatte mit rund 75 Ständen, mittelalterlichen Gesellen und jeder Menge Deftigkeiten für fast jeden etwas zu bieten. Besonders erfreulich war, dass sich wieder mehr Rheindahlener Vereine an dem Fest beteiligten. Von Christian Lingen

Mit einem Knall schlägt der Pfeil der Armbrust in seinem Ziel ein. Ein weiterer folgt. Wieder knallt es beim Einschlag. Dann werden die Punkte zusammengezählt. Beim 30. Kappesfest in Rheindahlen war der Armbrustwettbewerb der St. Helena-Bruderschaft ein Anziehungspunkt. Es galt, mit Pfeilen auf bunte Punkte vor einem Holzbrett zu schießen.

"Die Vereine bringen sich wieder stärker ein, das freut uns. Wir setzen bewusst auf lokale Kräfte", sagte Alois Chowanietz vom Verein Zukunft Rheindahlen. Rund 75 Stände waren im Rheindahlener Zentrum aufgebaut. Und natürlich gab es auch Kappes in allen Variationen. Ob Kappessuppe, Kappesroulade oder Kappes mit Bratkartoffeln: Kein Wunsch blieb offen.

Hier gibt es Bilder vom Kappesfest 2015.

Neben den vielen Ständen gab es wieder das große Ritterlager des Ordo Equester. Die Ritter kampierten neben der Kirche und öffneten ihre Zelte für das Volk. Besonders die kleinen Besucher staunten über die mittelalterliche Lebensart und lauschten gebannt der Waffenkunde. Ein Knappe erklärte Schwerter, Streitäxte und Morgensterne.

"Der ist ganz schön schwer", sagte Kasper zu seiner Oma, als er einmal einen echten Ritterhelm anziehen durfte. Der Sechsjährige ist ein echter Fan des Mittelalters. "Ich habe eine eigene Burg zu Hause", erzählte er. Einige Meter weiter wurde es heiß. In einer Schmiede durften die Kinder selber Hand anlegen und kleine Hufeisen schmieden. Während die Welt des Mittelalters die Kinder anlockte, zog es die Erwachsenen zu den Verkaufsständen.

Von Handwerkskunst über Dekoartikel für den Garten bis hin zu Schmuck und Stoffen war alles dabei. Ein leerstehendes Ladenlokal funktionierten die Organisatoren kurzerhand zum Ausstellungsraum um. Dort präsentierten Hobbykünstler ihr Können. Es gab Glaskunst, Holzschnitzereien und Kissen für den Nacken. Was schon am Samstag viele Besucher anlockte, steigerte sich gestern noch einmal. Da lud nämlich der Gewerbekreis zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Während es an beiden Tagen des Festes auf der Bühne auf dem Marktplatz vor allem viel Musik und Tanz zu bestaunen gab, zeigten die Rheindahlener Modehäuser gestern bei zwei Modenschauen die neuesten Frühjahrskollektionen.

Für einen echten Hingucker sorgte auch Norbert Kaminski. Er zog mit einem umgebauten Bollerwagen über das Fest, zauberte und zeigte kleinen Kunststücke - manchmal auch auf Stelzen. Besonders machte ihn sein Erscheinungsbild. "Ich bin ein Steampunk", erklärte er seine Aufmachung. Angeheftet an seinen Zylinder waren Uhrenzeiger, Zahnräder und Thermometer.

Die gleichen Utensilien fanden sich auf einer alten Ledertasche. Dazu trug er einen schwarz-weiß gestreiften Mantel und eine Piratenpistole. "Ich habe diese Machart bei einer Ausstellung in der Bochumer Jahrhunderthalle gesehen. Mir gefällt das einfach", sagte er. Steampunk bezeichnet eine Kunstform, die erstmals in den 80er Jahren auftrat und technische Funktionen mit Materialien des viktoriaschen Zeitalters verbindet.

Quelle: RP
 
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