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Mönchengladbach
Karneval und Flüchtlinge - kein Gegensatz

Mönchengladbach: Karneval und Flüchtlinge - kein Gegensatz
Für die Wenkbülle wird derzeit am Sparkassenpark ein Festzelt errichtet (oben), neben der Krahnendonkhalle entstehen währenddessen neue Leichtbauten für Flüchtlinge (unten). FOTO: Körffer/Titz
Mönchengladbach. In Rheinberg wird wegen Asylbewerbern ein Karnevalszug abgesagt. In Gladbach ist das undenkbar: Die KG Wenkbülle lädt ehrenamtliche Flüchtlingshelfer ein. Und in Neuwerk gibt es Karneval, obwohl nebenan bald Flüchtlinge wohnen. Von Christian Lingen

Die vergangenen Monate waren für die KG Wenkbülle nicht leicht. Wegen der Unterbringung von Flüchtlingen musste die Gesellschaft das Theater im Nordpark verlassen und fand eine neue Heimat in einem Festzelt am Sparkassenpark. Seit Mittwoch wird daran gebaut. Anfang kommender Woche soll das Zelt komplett eingerichtet sein. Die Karnevalsgesellschaft betonte immer, dass man großes Verständnis für die Flüchtlinge habe und kritisierte, dass diese nicht besser untergebracht werden. Dennoch wetterten in sozialen Netzwerken viele Mönchengladbacher gegen die KG Wenkbülle und warfen ihr vor, sich gegen die Flüchtlinge gestellt zu haben. Deshalb setzt die KG Wenkbülle nun ein Zeichen. "Wir danken allen, die die Willkommenskultur hochhalten, auch wenn die Verwaltung versagt, und allen, die etwas für die Flüchtlinge tun", sagt Michael Körffer, der zweite Vorsitzende der Wenkbülle. Zur Balla-Balla-Sitzung an Rosenmontag lädt die Gesellschaft 300 ehrenamtliche Helfer ein.

"Mit unserem neuen Festzelt läuft alles wunderbar. Am Wochenende können wir anfangen, die Dekoration zu gestalten. Alles wird pünktlich fertig", sagt Michael Körffer. Das Motto "M´r donnt, wat m´r könne" hat die Gesellschaft auf ihrem Orden erweitert. Da heißt es: "Doch manch ener dät da nix". "Wir möchten an Rosenmontag mit allen Gästen und engagierten Bürgern ein Zeichen setzen. Gegen Gewalt und Hass und für Hilfsbereitschaft und Vernunft: Flüchtlinge und Heimat", sagt Körffer. Die Wenkbülle möchten die Session nutzen, um zu zeigen, dass es falsch ist, Dinge gegeneinander aufzurechnen. So spielt auch die Politik eine Rolle. "Gladbach 3.0 UND soziale Stadt" müsse es heißen. Deshalb stellen die Wenkbülle bei der Seelöwe-Sitzung am Dienstag, 26. Januar, eine Fotobox auf. Die Einnahmen der Aktion gehen an das Café Pflaster.

FOTO: Picasa

Um zu zeigen, dass nicht nur der Karneval, sondern auch Mönchengladbach bunt ist, ruft die Gesellschaft die Gladbacher und die Rheydter Prinzengarde auf, bei den Veranstaltungen der Wenkbülle gemischt und nicht getrennt einzumarschieren. Die Garden sollen auf diese Weise eine bunte Gesellschaft darstellen. Das gesellschaftliche Leben und auch der Karneval könnten nur funktionieren, wenn alle zusammenhalten, von Schützen über Kleingärtner, Flüchtlingshelfer und Sportlern bis zu den Karnevalisten.

Auch bei der KG Uehllöeker Neuwerk sind die Flüchtlinge ein Thema. Weil viele Gäste, die sonst zu den Sitzungen kommen, befürchteten, die Veranstaltungen könnten wegen der Flüchtlinge ausfallen, lief der Kartenverkauf schleppend an. Doch wie bei den Wenkbülle haben die Flüchtlinge auch in Neuwerk keine negativen Auswirkungen auf den Karneval. Alle Veranstaltungen finden statt. Die Flüchtlinge haben Neuwerk verlassen. Neben der Krahnendonkhalle entstehen zwar Leichtbauten, in denen Flüchtlinge leben sollen. Das wird erst nach Karneval der Fall sein. Titelseite

Quelle: RP
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