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Mönchengladbach
Die Karnevalisten feiern sich warm

Mönchengladbach: Die Karnevalisten feiern sich warm
Die Eecker Kraareknöppkes eröffneten mit ihrem Tanz den Vorstellabend in der Eickener Mehrzweckhalle und erzählten die Geschichte von Schneewittchen und den acht Zwergen. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Der Vorstellabend in der Mehrzweckhalle Eicken gab einen ersten Vorgeschmack auf die kommende Karnevalssession. Viele Literaten waren gekommen und sahen Darbietungen für jede Art von Sitzung. Es gab Tänze, Reden und viel Musik. Von Christian Lingen

Es dauert noch fast zwei Wochen bis die neue Karnevalssession beginnt, doch die Mönchengladbacher scheinen schon jetzt so richtig in Feierlaune zu sein. Die Proklamation ist ausverkauft und auch beim Vorstellabend in der Eickener Mehrzweckhalle blieb nur eine Handvoll Plätze leer. 14 Programmpunkte hatte Manfred Lünzner, der zum letzten Mal den Vorstellabend für den Mönchengladbacher Karnevalsverband organisierte, zusammengestellt. Auf der Bühne gab es überwiegend Musik, Reden und Comedy, aber nur zwei Tanzdarbietungen.

Der Abend in Eicken soll dazu dienen, dass die Gesellschaften, denen vielleicht noch der ein oder andere Programmpunkt für eine Sitzung fehlt, hier einen Künstler finden. Deshalb waren unter den vielen Gästen auch Literaten, die sofort aufsprangen, wenn ein Künstler die Bühne verließ. Den Auftakt bestritten traditionell die Eecker Kraareknöppkes. Statt sich wie in den vergangenen Jahren zwei bis dreimal während des Tanzens umzuziehen, tanzten sie als Schneewittchen und die acht Zwerge eine Geschichte, die überzeugte. Anschließend diente die Gruppe als Elferrat von Bella Peltzer, der Willi Kleuser als Präsident ersetzte. Wie es für einen Vorstellabend üblich ist, tummelten sich auf der Bühne auch Künstler, die nicht zu jeder Art Sitzung passen. So zum Beispiel Coversängerin Iris Criens, die Schlager zum Besten gab. "Sie kann ich mir bei jeder Herrensitzung vorstellen", erklärte Bella Peltzer.

Mit Charlie Martin stand ein Zauberer auf der Bühne, der mit gekonntem Witz nicht nur faszinierte, sondern das Publikum auch zum Lachen brachte. Und damit nicht genug. Einige Gäste wurden sogar Teil seines Programms, indem er sie zu sich auf die Bühne holte und mit ihnen zusammen zauberte. Mal ging es um Tücher, die er verschwinden ließ, mal um Luftballons, mit denen er zwei Herren dekorierte. Damit ist er sowohl bestens für jede Kindersitzung geeignet, als auch für Seniorennachmittage. Eine Tanzformation, die hingegen zu Kostümsitzungen passt, sind die Vierscher Mispelblüte. In silbernen Kleidern mit neonorgangen Streifen trugen sie Lichterketten im Haar und zeigten auf der Bühne ihren Tanz. Zwar kommen sie aus Mönchengladbachs Nachbarstadt, doch bislang sind sie nur selten bei den Sitzungen des Mönchengladbacher Karnevals zu sehen. Die Lieder, zu denen sie tanzen, kennt jeder, der Karneval mag.

Mit Pascal Krieger stand ein zweiter Coversänger auf der Bühne. Er ist im Mönchengladbacher Karneval kein Unbekannter. Frank Friedrichs hingegen kennen nur wenige. Der Redner trat als Angler im passenden Kostüm auf. Manch einer im Publikum fragte sich, wie er es in der Anglerhose aus Gummi unter den warmen Strahlern der Bühne nur aushalten kann. "Redner werden bei den Sitzungen leider immer weniger", sagte MKV-Chef Bernd Gothe und freute sich, mit Friedrichs jemanden auf der Bühne zu haben, der eine ganz neue Figur darstellt. Auch er band das Publikum in seine Rede mit ein und sprach es immer wieder an. Doch der Angler kann nicht nur reden, sondern auch singen. Zum Beispiel Lieder über einen Räucherfisch.

Die Gruppe Puddelrüh spielte Karnevalshits der vergangenen Jahre, die jeder im Publikum mitsingen konnte. Da wurde geklatscht und geschunkelt. Ein spezielles Erlebnis war der Auftritt der Drummerholics. Im feinen Zwirn standen die Herren auf der Bühne und trommelten, was das Zeug hielt. Zwar erinnerte ihr Auftritt an das Trommelsolo der Kölner Klüngelköpp in ihrem Hit "Karneval em Veedel", doch die Darbietung war durchaus gelungen. Für einen Teil ihrer Show wurde in der Halle das Licht ausgeknipst und die Herren trommelten mit leuchtenden Stöcken. Durch das Tempo der Trommelschläge entstand eine kleine Lichtshow.

Für die Karnevalisten war der Vorgeschmack auf die kommende Session durchaus gelungen. Und die ein oder andere Gesellschaft hat noch einen Künstler für ihre Sitzungen gefunden.

Quelle: RP
 
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