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Mönchengladbach
So jeck sind Gladbachs Möhnen

Rathaussturm in Mönchengladbach-Giesenkirchen
Rathaussturm in Mönchengladbach-Giesenkirchen FOTO: Reichartz,Hans-Peter
Mönchengladbach. Rathaussturm in Giesenkirchen, Möhnentreff in Odenkirchen: beim Auftakt zum Straßenkarneval hatten die Mädchen, Frauen, Altweiber gestern das Sagen in den Stadtteilen. Auch wenn der Regen für weniger Mitschunkler als sonst sorgte. Von Andreas Gruhn und Christian Lingen

Bezirksvorsteher Hermann-Josef Krichel-Mäurer hatte Angst. "Die haben heute ihre Schutzschilde zur Kamelleabwehr mitgebracht", sagte der Bezirksscheich mit bangem Blick aus dem Fenster seiner Amtsstube. Auf dem Konstantinplatz standen die Giesenkirchener Damen und begehrten Einlass. Oben im Fenster lieferte sich Krichel-Mäurer, verkleidet als Scheich, ein Wortgefecht mit Obermöhne Angelika Palmen. Sie ist bereits seit 25 Jahren jedes Jahr die große Gewinnerin an Altweiber. Die Bezirksvorsteher, so will es der Brauch, sind am Tag der jecken Wiever die großen Verlierer.

Wiever in Giesenkirchen trotzen dem Regen beim Rathaussturm

Als das Möhnentreiben begann, war der Konstantinplatz beinahe menschenleer. "Das habe ich in den letzten 25 Jahren noch nicht erlebt", sagte Angelika Palmen. Der Regen hielt viele Besucher ab. Erst gegen 12 Uhr, kurz bevor die Prinzenpaare kamen, füllte sich der Platz. Viele suchten Schutz unter den Dächern der Geschäfte. Wer einen Schirm dabei hatte, der traute sich auch vor die Bühne. Die Polizei zeigte in diesem Jahr massive Präsenz.

Die RP-Party in Mönchengladbach

Von der Aufregung bekam das Prinzenpaar nichts mit. Prinz Michael II. hatte am Tag der Frauen nicht viel zu sagen. Niersia Monika trug blaue und weiße Bänder im Haar. Die Garden waren da kreativer. Die Große Rheydter Prinzengarde trat mit Sonnenbrillen auf und machte sich selber schönes Wetter. Der Sturm der Garden auf das Rathaus blieb erfolglos. Auch das Kinderprinzenpaar hatte wenig später kein Glück.

Im Rathaus stieg indes der Optimismus, und so manch einer glaubte, in diesem Jahr vielleicht doch gegen die Damen zu gewinnen. Hermann-Josef Krichel-Mäurer hatte Unterstützung von Felix Heinrichs und Hans-Willi Körfges bekommen. Auch Horst Trumm, der Ehrenvorsitzende der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach, half bei der Verteidigung. Doch am Ende half selbst ein Krampus nichts, der das Rathaus unsicher machte. Nach der Prämierung der schönsten Möhne stürmten die jecken Wiever das Rathaus, und aus dem Fenster wehte die weiße Fahne. Wieder einmal hat der Bezirksvorsteher verloren, doch so soll es sein. Und schließlich waren die Damen froh, endlich dorthin zu kommen, wo es warm und trocken ist.

Quelle: RP
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