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Mönchengladbach
Kein Hochwasser dank Bungtbach-See

Mönchengladbach: Kein Hochwasser dank Bungtbach-See
Die oberen Fotos sind nicht aus dieser Woche: Rechts der beschauliche Bungtbach, der bei Starkregen viel Wasser auffangen kann und zum See wird (l.). Unten l. ein aktuelles Foto von der Ueddinger Straße: Die Riesenpfütze verschwand schnell. R. ein Foto vom Hochwasser 2008 an der Theodor-Heuss-Straße. FOTO: NEW/Titz/Ilgner
Mönchengladbach. Straßen waren reißende Bäche. Viele umgeknickte Bäume. Tiefgaragen unter Wasser. So sah Mönchengladbach in früheren Jahren nach Starkregen aus. Dieses Mal war es anders, denn es gibt ein gutes Hochwassermanagement. Von Dieter Weber

Die Situation wirkte wie inszeniert: Kai Werner hatte seine Kollegen von der NEW am Donnerstagabend zum Bungtbach eingeladen. Den hat er als zuständiger Projektleiter in fünf Jahren so umgebaut, damit aus dem kleinen Bach im Notfall eine riesige Wasser-Staufläche werden kann. Noch während Werner erklärte, welche Bedeutung diese Auffangfläche bei Starkregen haben kann, fing es an zu regnen. Kurze Zeit später schüttete es dann wie aus Kübeln.

Die NEW-Mitarbeiter bekamen hautnah mit, wie sich der kleine Bach in einen ansehnlichen See verwandelte: Diese Wassermassen wären ohne die Renaturierung des Bungtbachs in Kanälen gelandet. Und irgendwann hätten sie diesen plötzlichen Zufluss nicht mehr verkraften können. Die wahrscheinliche Folge: überflutete Keller, Straßen, die sich in eine Seenlandschaft verwandeln, jede Menge Schlamm. Das erlebten zahlreiche Menschen in den vergangenen Tagen in anderen Kommunen. Nicht aber in Mönchengladbach. Bis auf einige überschwemmte Straßenabschnitte, einem abgeknickten Ast und wenige vollgelaufene Keller hatte die Feuerwehr mit den Folgen der starken Regenfälle nicht viel zu tun.

Was hat sich geändert in der Stadt, in der es zum Beispiel 2008 und 2009 in vergleichbaren Situationen zu großen Überschwemmungen mit allen negativen Folgen gekommen war? Die rund fünf Millionen Euro teure Renaturierung des Bungtbachs war das Schlüsselprojekt. Mit dem Vorzeigevorhaben schufen NEW und Niersverband ein Stauvolumen, das dem von 15 Regenrückhaltebecken entspricht. Hätte man diese gebaut, wären dafür 150 Millionen Euro notwendig gewesen. Der gesamte Masterplan Niers, den NEW und Niersverband beschlossen haben und schrittweise umsetzen, kostet stattdessen rund 40 Millionen Euro und sieht Veränderungen bei Niers, Bungtbach, Gladbach, Papierbach, Bottbach, Alte Niers, Trietbach, Neersbroicher Graben und Rheydter Bach vor.

Doch das ist nur ein Seite der Medaille. Die NEW hat in den vergangenen Jahren das Kanalnetz kräftig saniert. Jährlich investiert das Unternehmen rund 15 Millionen Euro in Kanäle, Rückhaltebecken, Sickeranlagen und hydraulische Verbesserungen. Ganz wichtig war die Fertigstellung des Mischwassersammlers Dahl-Hamern-Neuwerk und seine Zuleitungen. In Geneicken ist das riesige Regenrückhaltebecken aufnahmebereit, der Niersverband hat es gebaut. In Uedding lässt die NEW den Regenwasserkanal sanieren und den Rheydter Bach und den Gladbach renaturieren. Aber, und das gehört auch zur bitteren Wahrheit: "Bei einem sogenannten Jahrhundertregen hilft das alles jedoch nicht. Mit diesen Maßnahmen können wir die dann anfallenden Wassermassen nicht auffangen", sagt NEW-Vorstand Armin Marx. In den vergangenen Tagen gab es diese Unwetter andernorts. Mönchengladbach blieb verschont.

Quelle: RP
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