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Mönchengladbach
Keine Gebühr mehr für 110-Fehlalarme

Mönchengladbach: Keine Gebühr mehr für 110-Fehlalarme
Rechnungen über 110 Euro für einen 110-Notruf sind Vergangenheit. FOTO: angr
Mönchengladbach. Die Polizei verzichtet ab sofort bei privaten Hausbesitzern auf eine Gebühr für Fehlalarme. Das hat die Landesregierung beschlossen. In Gladbach werden trotzdem noch 61 Bürger zur Kasse gebeten. Von Gabi Peters

Glücklich war die Mönchengladbacher Polizei noch nie über die Gebühr, die sie von Privatleuten für Fehlalarme kassierte. 110 Euro wurden fällig, wenn Einbruchsmelder anschlugen und die Beamten ausrückten, ohne dass tatsächlich eine Gefahr vorlag. Das ist jetzt vorbei. Die Landesregierung hat beschlossen, die Gebühr abzuschaffen. Und Innenminister Ralf Jäger sagte zur Begründung das, was viele Polizisten schon lange denken: "Moderne Sicherheitstechnik ist ein wichtiges Mittel gegen Einbruchskriminalität.

Es wäre deshalb kontraproduktiv, Hausbesitzer für Fehlalarme weiter zur Kasse zu bitten. Wir wollen die Menschen in NRW ermutigen, sofort die 110 zu wählen, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt."

Auch wenn die Gebühr abgeschafft ist, 61 Mönchengladbacher müssen dennoch zahlen. Sie hatten vor dem Stichtag 16. Juli 2016 den Notruf 110 gewählt. Deshalb folgt auch noch eine Rechnung. Erst seit Inkrafttreten der neuen Regelung wird darauf verzichtet.

Bis Mitte Juli wurden in diesem Jahr 292 Fehlalarme ausgelöst, die einen Polizeieinsatz nach sich zogen. Für all diese 110-Anrufe gab es noch eine 110-Euro-Quittung. Anfang des Jahres hatte beispielsweise eine Beckratherin eine solche Rechnung bekommen. Sie war gerade beim Joggen, als in ihrem Haus die Alarmanlage ausgelöst wurde. Eine vorbildliche "wachsame Nachbarin" wählte sofort die Notrufnummer der Polizei. Eigentlich alles richtig gemacht, denn die Beamten trafen ein, als die Beckratherin gerade wieder an ihrem Haus angekommen war. Weil die Polizisten keine Einbruchsspuren fanden, verabschiedeten sie sich mit der Ankündigung, dass eine Rechnung folgen werde.

Im Schnitt wird in Mönchengladbach zwei- bis dreimal pro Tag eingebrochen. 955 versuchte und vollendete Einbrüche gab es im vergangenen Jahr. Das sind 272 mehr als in 2014 und bedeutet eine Steigerung um fast 40 Prozent. Weil auch viele externe Einflüsse, wie zum Beispiel reisende Täterbanden zu den rasant gestiegenen Einbruchszahlen in der Stadt führten, bat die Mönchengladbacher Polizei mehrfach die Bevölkerung, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Notfallnummer 110 zu wählen.

Die technischen Berater der Mönchengladbacher Kriminalpolizei informieren regelmäßig über das Thema "Einbruchschutz". Sie erklären, wie man Wohnungen und Häuser besser sichern kann. Denn nach wie vor ist die Zahl der Einbrüche hoch, wie auf der Internetseite der Polizei nachzulesen ist. Der Wohnungseinbruchsradar vom 18. bis zum 25. Juli zeigt alleine zehn Taten an. In der Woche davor gab es elf Einbrüche.

Quelle: RP
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