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Mönchengladbach
Kinder experimentieren mit der Vielfalt

Mönchengladbach: Kinder experimentieren mit der Vielfalt
Auch die Pfauen am Schloss wurden als Motive gewählt. FOTO: Raupold
Mönchengladbach. Kulturelle Unterschiede als Bereicherung: Das ist der Grundgedanke eines Projekts der Gesamtschule Stadtmitte, das vom "Kulturrucksack" gefördert wird. Die so entstandenen Werke werden ab morgen im Museum Schloss Rheydt gezeigt. Von Angela Wilms-Adrians

Rheydt Kinder aus 26 Nationen prägen den Schulalltag an der Gesamtschule Stadtmitte. In Kooperation von Schule und dem Städtischen Museum Schloss Rheydt wurde diese kulturelle Vielfalt nun in einem Projekt thematisiert. Das Ergebnis wird im Kabinettausstellungsraum des Museums unter dem Titel "Eine Reise durch die Welt" gezeigt. Eröffnung ist morgen um 11.30 Uhr.

"Es ist ein wunderschönes Projekt und eine Vielfalt, die mich beeindruckt", stellt Museumsdirektor Dr. Karlheinz Wiegmann bei den letzten Vorbereitungen für die Vernissage anerkennend fest. Ausdrucksstark und liebevoll haben kreative Köpfe aus den fünften bis achten Jahrgangsstufen Masken, Bilder in Acryl und Pastell, Scherenschnitte, Vasen und Amulette gestaltet. Die Projektleitung lag bei der Lehrerin Silvia Vogelsang, Anna Meinert unterstützte den künstlerischen Aspekt. Gefördert wurde das Projekt durch den Kulturrucksack des Landes NRW.

"Wir sehen die Vielfalt an unserer Schule sehr positiv. Wir wollen im Austausch daraus gewinnen und damit auch eine Wertschätzung dokumentieren", sagt Projektleiterin Silvia Vogelsang. "Uns sind der Zusammenhalt und das Verstehen sehr wichtig", ergänzt Iman Baddour aus der neunten Klasse. Das Projekt zielte darauf ab, persönliche Erlebnisse rund um das Thema Zuwanderung zu verarbeiten und multikulturelle Aspekte in der Lebensumgebung bewusst wahrzunehmen.

Natürlich waren auch Kreativität und künstlerische Begabung wichtig. Anna Meinert zeigte sich begeistert über das, was manche der beteiligten Schüler schon im Vorfeld konnten, und erzählt: "Hier sind viele Migrantenkinder - wie ich. Sie haben ihren kulturellen Hintergrund mitgebracht".

Damit nicht genug, haben die Jugendlichen für ihr Tun den Radius beinahe auf die ganze Welt ausgedehnt. Eine Bilderfolge zum Thema Ornamente zeigt mit auffallend vielen Känguru- und Schildkröten- Motiven sowie gepunkteten Lineaturen, dass bei ihnen die Kunst der australischen Aborigines offenbar hoch im Kurs steht. Die Auswahl der filigranen Scherenschnitte konfrontiert zum Beispiel chinesische Drachen mit indischem Tiger oder Pfauen, wie sie beim Schloss zu finden sind. Ebenso groß ist die Vielfalt bei den aus Ton gearbeiteten und bemalten Masken. Bezaubernd nehmen sich auf einem Podest die Pappmaché-Vasen mit charakteristischen Formen und Ornamenten verschiedener Länder aus.

Wie eine inhaltliche Zusammenfassung der in Bild und Objekt aufgearbeiteten Weltreise wirkt das großformatige Bild von Annika und Marieke. In dichter Folge sind Motive aus aller Welt collagiert und gemalt.

Eröffnung: Morgen, Sonntag, 6. September, um 11.30 Uhr. Die Ausstellung ist dann bis zum 11. Oktober zu sehen. Nach der Ausstellung sollen die Arbeiten zugunsten der Flüchtlingshilfe verkauft werden. Für fünf Euro wird ein Kalender mit Motiven aus der Ausstellung angeboten.

Quelle: RP
 
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