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Mönchengladbach
Kinder und Paten genießen die Zeit im "Miteinander"-Projekt

Mönchengladbach. Jana Seebald fällt es nicht schwer, ihrem Engagement auch für sich etwas Positives abzugewinnen. "Man bekommt total viel wieder", sagt sie über ihre Patenschaft mit der zwölfjährigen Dujgu. Die Diplom-Kauffrau kam über die Grundschule Untereicken zu der Familie von Dujgu und ihrem elfjährigen Bruder Bajram. Die Grundschule und der Verein "Ökumenische Jugendarbeit Eicken" (ÖJE) riefen vor anderthalb Jahren, nach dem Vorbild der Patenschaften der Katholischen Pfarre St. Vitus in Kooperation mit dem Caritasverband Region Mönchengladbach, das Projekt "Miteinander" ins Leben. Sowohl die Patenschaften der Pfarre St. Vitus als auch das Projekt "Miteinander" bringen Kinder und qualifizierte Paten in Gladbach zusammen. Die Aufgaben der Paten beschränken sich auf zwei bis drei Stunden pro Woche, die sie ganz individuell gestalten können. Von Nina Jedrychwski

Vor drei Jahren merkte der Gemeindereferent der Pfarre St. Vitus, Wolfgang Mahn, dass die wöchentlichen Beratungsgespräche der Pfarre nicht für eine gute Betreuung der Familien ausreichen. "Zusammen mit dem Caritasverband riefen wir dann die Patenschaften ins Leben. Ende des Jahres starten wir mit dem vierten Qualifizierungskurs."

Diese Qualifizierungskurse organisiert der Caritasverband, auch mit Hilfe der ÖJE, und schult die zukünftigen ehrenamtlichen Paten. Nach gut vier Monaten erhält jeder Pate ein Zertifikat. Danach werden Paten und Familien zusammengebracht. "Entscheidend ist dabei nicht, was für eine Familie der Pate möchte, sondern welcher Pate zu der jeweiligen Familie passt - und welchen Paten sich die Familie für ihre Kinder aussucht", sagt Walburga Iseken, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbands. Entscheidend dafür, wer als Pate in Erwägung kommt, ist, dass diese Person "ein Mensch ist, der berührbar ist", sagt Svenja Kallies von der ÖJE.

"Im ersten Jahr schulten wir sieben Paten, nun betreuen 29 Paten rund 20 Familien mit mehr als 40 Kindern", sagt Mahn. Eine von ihnen ist Heide Bolten. Die fünffache Mutter las in der Zeitung vom Projekt und entschied sich nach dem Besuch eines Infoabends dazu, Patin zu werden. Seit Mai betreut sie die sechsjährige Caroline. Jeden Dienstag treffen sie sich und verbringen gemeinsam Zeit. "Es müssen nicht immer große Ausflüge sein. Kleine Dinge wie gemeinsam kochen, backen, auf den Spielplatz um die Ecke gehen oder nur reden reichen oft", sagt Bolten. Doch nicht nur Caroline genießt die gemeinsame Zeit: "Letztens sind wir Pfützen springen gegangen. Meine Kinder sind schon aus dem Alter raus. So etwas Banales habe ich vermisst."

Aber nicht nur bei der Freizeitgestaltung helfen die Paten, sondern etwa auch bei Behördengängen. "Die Geschwister Dujgu und Bajram, die ich und meine Freundin betreuen, kamen vor vier Jahren aus Mazedonien nach Deutschland. Nun leben sie in einer Flüchtlingsunterkunft", sagt Jana Seebald. "Wir versuchen, die Familie bei einer Wohnungssuche zu unterstützen."

Für Interessierte, die mehr über eine ehrenamtliche Patenschaft wissen wollen, veranstalten die Pfarre St. Vitus und die ÖJE morgen, 11. Oktober, 19 Uhr, einen Informationsabend im Pfarrgebäude an der Marienstraße 4.

Quelle: RP
 
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