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Mönchengladbach
Kitchentalk im Zeichen des Fußballs

Mönchengladbach. In der Kulturküche sprachen Bernd Krauss und Sven Pistor über Borussias Siegesserie und den DFB-Skandal. Von Angela Wilms-Adrians

Verkleidung war ausdrücklich erlaubt, doch keiner machte davon Gebrauch, als der ehemalige Borussia-Trainer Bernd Krauss und WDR-Sport-Moderator Sven Pistor am Martinstag zum Kitchentalk kamen.

Mit Stadionsprecher Torsten Knippertz sinnierten die Gäste ohnehin nicht über karnevalistisches Brauchtum, sondern über Fußball und damit auch immer wieder über die Borussia aus Mönchengladbach. Da hatte denn auch der eine oder andere im Publikum vorsorglich die Devotionalien seines liebsten Vereins in petto, als es zum 19. Mal hieß "64:49". Abgestimmt auf die beiden Hausnummern des Eckhauses an der Waldhausener Straße warnte der "Timeinator" erneut mit Stoppuhr, dass die 64 Minuten und 49 Sekunden nicht überschritten werden dürften. Leicht war sein Handwerk nicht. Das fing schon an, als Krauss den von "Knippi" zusammengestellten "halbwahren Lebenslauf" nicht einfach ablas, sondern lieber etwas ausführlicher erzählte - zum Beispiel von seiner vorübergehenden österreichischen Staatsangehörigkeit des Fußballs zuliebe. Beim Spiel in Hamburg gegen Deutschland habe er sein einziges Eigentor geschossen und sei von da an Staatsfeind Nummer Eins gewesen. Natürlich erzählte er auch, wie Jupp Heynckes bei ihm angerufen und gefragt hatte, ob er sich vorstellen könne, als Trainer nach Mönchengladbach zu kommen. Beim Toilettengang habe ihm Günter Netzer in seiner ersten Zeit ein aufmunterndes Wort zugerufen und von da an sei er Borussenfan gewesen, so Krauss. Sven Pistor bestätigte, dass er mit sechs Jahren zum Fußball gefunden habe, um allerdings in kürzester Zeit festzustellen, für eine Profi-Karriere reiche es nicht. "Jetzt mache ich die Tore mit dem Mund", scherzte der Journalist.

Natürlich war der aktuelle Siegeszug der Borussia Thema. "Schubert ist der richtige Mann. Die Ergebnisse stimmen, die Spielweise stimmt", bilanzierte Krauss. Pistor ergänzte, es sei nicht zu erklären, "was da abgegangen ist. Das war wie eine Käseglocke, die man wegnimmt. Da ist wieder Mut." Beim Turbo-Talk mit angefangenen Halbsätzen sagte Pistor zum Stichwort Mönchengladbach: "eine tolle Stadt mit tollen Fans". Krauss nannte Windberg als seinen Lieblingsort in der Stadt. Zum Wirbel um den DFB-Skandal waren sich Pistor und Krauss einig, dass "Kaiser Franz" sich endlich äußern müsse, um Spekulationen nicht ins Unendliche wuchern zu lassen. Zugleich zeigten sie sich überzeugt, dass nicht nur bei dieser WM geschmiert wurde.

Quelle: RP
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