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Mönchengladbach
Klamottentausch und andere Visionen

Mönchengladbach. Bis August ist im BIS-Kulturzentrum wieder eine ganze Menge los. Programmatisch könnte der Titel der Sommer-Ausstellung von Karl Heinz Theiss sein: "Kontraste - Widersprüche - Gegensätze". Von Armin Kaumanns

Welch hohen Stellenwert das Bis-Zentrum im Konzert der freien Kultureinrichtungen in der Stadt einnimmt, belegt wie zum Beweis das pralle Programm, das bei "Nachtaktiv" die Organisatoren in den Gebäuden an der Bismarckstraße 97-99 schon heute in Stress versetzt: Bis um 23 Uhr an diesem 4. Juni die Gladbacher Kabarettgruppe "Famm Fatall" den Kehraus im Saal besorgt, kommt das BIS aus Programm im Halbstundentakt nicht heraus. Ähnlich bunt wie an diesem besonderen Tag ist die Mischung im nächsten knappen halben Jahr. Hier ein kurzer, spartenreicher Überblick.

Um die Film-Sektion im BIS hat sich ein Kreis von mal 30, mal 70 Fans gebildet, die das von Susanne Berns ausgewählte Angebot am jeweils zweiten und vierten Mittwoch, halb neun, zu schätzen wissen. Für 3 Euro gibt's in diesem Sommer neben Hits wie "Monsieur Claude und seine Töchter" oder "Frau Müller muss weg" mit Anke Engelke Besonderes wie den Alzheimerfilm "Still Alice" oder das iranische Tanzdrama "Wüstentänzer". Nach den Osterferien bespielt der belgische Maler Karl Heinz Theiss das Café Bisquit mit gemalten und gesprühten Flächen-Bildern unter dem Titel "Kontraste - Widersprüche - Gegensätze", womit wir auch schon beim Musikprogramm wären. Dort gibt es neben den überregional anerkannten Jazz-Visions ("Nenuphar" steht für humorigen New Jazz mit Beteiligung professioneller Klassik-Orchestermusiker; die Sängerin Sabeth Pérez für lyrischen Jazz, diesmal mit eigener Band) unter anderem Klassik mit dem Alma-Quartett, das diesmal Smetana und Dvorak auf die Notenpulte legt. Neben einem Pop-Duo und einem Trio, das klassischen Jazz spielt, rauscht der Singer-Songwriter-Slam aufs Finale am 9. Juni zu. Da ist die Hütte voll, wissen die Programmmacher.

Neu fürs Theater im BIS-Beirat ist Regine Meininger, die gleich selbst mit dem BIS -Eigengewächs "theater bühnenreif" die berühmte Matthau/Lemmon-Komödie "Ein ungleiches Paar" in Frauenbesetzung auf die Bühne bringen wird. Wieder zu Gast ist Cornelia Gutermann-Bauer vom Turmalintheater, die frei nach Tschechow, "Das wahre Leben ist doch anders" spielt. Auch das Kinder- und Jugendtheater ist wieder prominent im Bis-Programm vertreten, unter anderem durch das packende Rache-Drama "Keiner für aller und alle allein" mit dem no.name-Theater aus Grevenbroich. Zum Slam mit Newcomern lädt - nach ihrem Jahr in England - die Gladbacherin Helene Rogel wieder unter dem Titel "Wir sind das Wort", außerdem gibt's eine Krimilesung aus dem Revier und den regelmäßigen Literaturtreff "Lesarten". Regelmäßig sind auch die Workshop-Angebote von - wieder - Afrikanischem Trommeln bis - neu - Freier Tanz für Schwangere. Sogar Stepptanz für Kinder ist im Angebot. Zum Kulturfrühstück, das einmal im Monat sonntags stattfindet, sind die 50 Plätze schnell vergriffen, zeigt die Erfahrung. Die Musik dazu reicht diesmal von Gitarre bis Rockabilly.

Besonders dürfte mal wieder das Bis-Sommerfest am 16. Juli werden, wenn das Wetter im schönen Garten mitspielt. Rund 500 Leute feierten im letzten Jahr mit. Und ein kultiger Spaß ist wider der "Klamottentausch", zu dem (diesmal am 7. Mai) ein Nachmittag mit Cocktails und Klamotten bei Klaviermusik und Nähmaschinengesurre zum Stylen und Quatschen einlädt. Die Teilnehmer(innen) bringen Altes mit und gehen mit Neuem nach Hause. Die Währung ist der Tauschdollar, was übrigbleibt, geht an den Volksverein.

Das ganze Programm auf www.bis-zentrum.info

Quelle: RP
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