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Mönchengladbach
Klinik-Mitarbeiter fürchten um Jobs

Mönchengladbach. Die Mitarbeiter der Rheinischen Landesklinik demonstrierten gegen ihren Arbeitgeber. Die Belegschaft der Klinik versammelte sich an der Heinrich-Pesch-Straße und trug ein Banner mit der Aufschrift: "Wir wollen Qualität erhalten." Hintergrund ist ein Antrag, über den der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Träger der Klinik, heute berät, und der bewirken könnte, dass 60 von 250 Arbeitsplätzen von Gladbach nach Viersen-Süchteln verlegt werden. Von Andreas Gruhn

Um Geld zu sparen, plant der LVR, die Verwaltung der beiden Häuser unter der Leitung eines kaufmännischen Direktors zusammenzulegen und den hauseigenen Service-Bereich nach Viersen zu verlegen. Heute beraten in Köln der Krankenhausausschuss, der Gesundheitsausschuss und die Kommission Zukunftssicherung der Rheinischen Kliniken über den Antrag. Stimmen die Ausschüsse zu, könnten die Umstrukturierungen bereits zum 1. Januar kommenden Jahres umgesetzt werden. Der LVR setzt die Kliniken unter Zeitdruck.

Die Klinik in Gladbach stünde ohne Reinigungskräfte, Küche und Handwerker da. Gerade die hätten dem Haus aber bislang die kostengünstigste Struktur aller LVR-Kliniken gesichert. "Wir verstehen nicht, warum wir geschwächt werden sollen", sagte Manfred Neiken, Personalratschef am Gladbacher Standort. "Wir liefern gute Qualität ab, weil die Strukturen genau darauf ausgerichtet sind. Wir schreiben seit Jahren schwarze Zahlen." Dass Arbeitsplätze ganz gestrichen werden könnten, stünde im Moment noch nicht im Raum. Dennoch fürchten die Mitarbeiter auch um ihre Jobs.

"Der Unmut ist groß"

Nach Informationen der RP belief sich der Jahresüberschuss der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im vergangenen Jahr auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Der Umsatz betrug 11,6 Millionen Euro, wovon etwa neun Millionen auf die Personalkosten entfielen. Zusätzlich vergab die Klinik Aufträge in Höhe von 250 000 Euro an Gladbacher Unternehmen. Im vergangenen Jahr wurden etwa 1900 Patienten stationär und rund 200 teilstationär behandelt. Die Ambulanz zählte 3500 Behandlungen und die 42 Reha-Plätze im Peter-Röhl-Haus waren durchgängig belegt.

"Der Unmut über die Situation ist groß", sagt Neiken. Die Beratungen wollen er und weitere Klinik-Mitarbeiter heute von den Zuschauerplätzen aus verfolgen.

Quelle: RP
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