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Mönchengladbach
Kölner Straße: Tempo 30 ist kaum durchsetzbar

Mönchengladbach. Der Tod von Sunny (8) und Konsequenzen daraus für die Sicherheit beschäftigten gestern die Bezirksvertretung Süd. Von Dieter Weber

Am 22. September verunglückte der achtjährige Sunny auf der Kölner Straße in Odenkirchen tödlich: Er und seine Cousine wurden von einem Auto erfasst, das eine 54-Jährige steuerte. Noch immer liegt das Gutachten zum tödlichen Unfall nicht vor. Gestern beschäftigte das Unglück die Bezirksvertretung Süd. Ihre Vertreter wollten wissen: Muss es auf der Kölner Straße ein Tempo-30-Limit geben? Gibt es außerdem noch andere Möglichkeiten, auf Autofahrer einzuwirken, auf der Straße besonders rücksichtsvoll und eher passiv zu fahren? Schnell wurde klar: Die Geschehnisse des 22. Septembers - sie werden die Menschen weiter intensiv beschäftigen. "Unsere Opferschützer betreuen noch alle Familie: die der beiden Kinder, die der Fahrerin und auch die Zeugen", berichtete Dirk Hoff von der Direktion Verkehr der Mönchengladbacher Polizei. Die Frau, die am Steuer des Autos saß, sei immer noch in stationärer Behandlung. Das ist die menschliche Seite.

Die Faktenlage ist dagegen erschreckend klar - und ernüchternd: Die Aufarbeitung des Geschehens durch eine Unfallkommission, gebildet aus Experten von Polizei und Stadt, ergab, dass es eine Verkettung von unglücklichen, ja tragischen Vorfällen war. Diese Stelle sei kein Unfallschwerpunkt, hieß es. Die Polizei hat alle ihre Kontrollen seit 2008 an dieser Stelle ausgewertet. Rund 8000 Fahrzeuge hätten diese Stelle während der Tempomessungen passiert, es habe aber "nur" etwa 400 Verstöße gegeben. Und die waren größtenteils so gering, dass die erwischten Fahrer lediglich mit einem Verwarnungsgeld bestraft wurden. Und deshalb habe man auch keine Handhabe, hier Tempo 30 einzuführen, erklärte der Vertreter der Unfallkommission. Der Verkehrsfachmann der Polizei, Dirk Hoff, mochte den Satz kaum auszusprechen, auf den das tragische Geschehen des 22. Septembers und der Tod des kleinen Sunny zurückzuführen war: "Es war wohl", sagte Hoff und senkte dann die Stimme, "Unaufmerksamkeit."

Stadt und Polizei prüfen, ob es andere Eingriffsmöglichkeiten gibt. Eventuell kann die Leitplanke weggenommen werden, damit die Sicht auf Straße und Passanten besser wird. Eine weitere Furt, über die die Straße überquert werden kann, wird nicht gebaut: In der Nähe gibt es bereits eine und dazu noch eine Fußgängerampel. Die Polizei will jetzt alte Kinderfiguren reaktivieren, die - an die Straße gestellt - auf spielende Kinder hinweisen. Derzeit werden Sponsoren gesucht, die bei der Sanierung der Figuren helfen.

Quelle: RP
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