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Mönchengladbach
Königs will Zentrum für Farbenlehre

Mönchengladbach. Johann Wolfgang von Goethe war nicht nur der vielleicht bedeutendste deutsche Dichter, er beschäftigte sich auch zeit seines Lebens mit Farbstudien. Seine Erkenntnisse bündelte er in seinem - naturwissenschaftlich durchaus umstrittenen - Spätwerk "Zur Farbenlehre". Von Jan Schnettler

Sein Interesse am Wesen der Farben und an Phänomenen wie Synästhesie war ein wichtiger Aspekt der Persönlichkeit des Künstlers, weswegen diese Themen auch im Goethe-Museum im Düsseldorfer Schloss Jägerhof eine wichtige Rolle spielen. Seit einiger Zeit nun gibt es in der Landeshauptstadt Überlegungen, aus Kostengründen möglicherweise einen neuen Standort für das Haus zu finden, da das denkmalgeschützte Bestandsgebäude stark sanierungsbedürftig ist. Und das bringt Rolf Königs, den Vorsitzenden des Verbands der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie, auf den Plan. Er hat die Idee, rund um die Farbpigmentsammlung im Textiltechnikum an der Schwalmstraße eine Art "Zentrum für Farbenlehre" zu etablieren - und blickt dabei ganz bewusst in Richtung Goethe-Museum. "Dort gibt es einen ganzen Raum, der sich damit befasst", sagt Königs. Das unmissverständliche Signal: Sollte das Goethe-Museum umziehen und sich von diesem Teil seiner Sammlung trennen wollen, stünde Gladbach parat.

4000 Fläschchen mit Farbpigmenten der Hochschule Niederrhein, die Forscher ab 1850 horteten, sind seit Kurzem im Textiltechnikum ausgestellt. Die Erfindung synthetischer Farbstoffe hatte seinerzeit die Chemie-Industrie begründet. 6600 weitere Fläschchen lagern noch in Krefeld, Königs will sie zügig nach Gladbach holen. Weitere 8000 gibt es in Dresden. Königs möchte die Gladbacher Sammlung zudem gerne von Fotograf Andreas Gursky ablichten lassen.

Quelle: RP
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