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Mönchengladbach
Kokainschmuggler muss drei Jahre in Haft

Mönchengladbach. Drei bisher unbescholtene Familienväter aus Mönchengladbach mussten sich gestern wegen verbotener Rauschgiftgeschäfte vor dem Schöffengericht verantworten. Hauptsächlich durch Telefonüberwachungen und das frühe Geständnis eines türkischen Mitangeklagten (45) wurde das Trio überführt. Von Ingrid Krüger

In das Visier von Drogenfahndern waren die Männer geraten, als der 36-jährige Hauptangeklagte am 21. Oktober vergangenen Jahres an der Dahlener Straße in eine Fahrzeugkontrolle geriet. Der gelernte Staplerfahrer hatte sich offensichtlich mal wieder in Kerkrade bei einem unbekannten Lieferanten 40 Gramm Kokain besorgt. Doch die Drogen wurden in seinem Fahrzeug entdeckt. Der Mönchengladbacher kam in Untersuchungshaft. Sein Hauptabnehmer, der ein Jahr jüngere Mitangeklagte, trat bereits bei der Polizei die Flucht nach vorn an.

Der Vater von zwei Kindern belastete nicht nur sich selbst, sondern auch den türkischen Landsmann und den aus Marokko stammenden Mitangeklagten. Den 46-Jährigen hatte er bei fünf Gelegenheiten mit jeweils zwölf Bubbles Rauschgift versorgt. Der hatte die begehrte Droge an Freunde und Bekannte abgegeben. Am Ende war der Marokkaner mit dem deutschen Pass der einzige, dem die Mönchengladbacher Richter keinen gewerbsmäßigen Drogenhandel nachweisen konnten.

Die Anklage ging insgesamt von 380 Gramm Kokain aus, die im vergangenen Jahr über die Grenze nach Mönchengladbach gelangten. Nach einem Geständnis, zu dem sich das Trio im gestrigen Prozess vor dem Schöffengericht bereit erklärte, wurden einige Fälle eingestellt. Nach Gesprächen mit ihren Verteidigern einigten sich die Männer, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Anklagebank saßen, mit dem Gericht und der Staatsanwältin auf eine Höchststrafen-Vereinbarung.

Am Ende wurde der 36-jährige Hauptangeklagte wegen gewerbsmäßigen Rauschgifthandels in 27 Fällen und 15-facher Kokaineinfuhr zu drei Jahren Haft verurteilt. Den 45-jährigen Kronzeugen verurteilte das Gericht wegen gewerbsmäßigen Handels von 220 Gramm Kokain in 22 Fällen zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Der ein Jahr ältere Angeklagte kam wegen unerlaubten Erwerbs und Abgabe von Drogen in fünf Fällen mit elf Monaten davon. Bei beiden wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Für den 45-Jährigen verfügte das Gericht außerdem einen Wertverfall auf 11 000 Euro – den Gewinn aus dem Drogenhandel.

Quelle: RP
 
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