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Mönchengladbach
KoKoBe: Eine Initiative für die Teilhabe Behinderter

Mönchengladbach. KoKoBe ist erst mal ein etwas holpriger Name, aber im Prinzip ganz einfach. "Es setzt sich zusammen aus den Begriffen Koordinierung, Kontakt und Beratung", sagt Christopher Micha. Kurz gesagt: Die KoKoBes leisten kostenlose Unterstützung und Beratung bei individueller Lebensplanung und Teilhabe mit den Kernthemen Wohnen, Freizeit und Beschäftigung. Das Angebot richten sich an Menschen mit geistiger Behinderung, mit Lernschwierigkeiten und mehrfacher Behinderung sowie deren Angehörige, Behörden oder auch rechtliche Betreuer. Von Eva Baches

Im Herbst 2004 wurden die KoKoBes vom Landschaftsverband Rheinland initiiert. Der Grund? Anfang 2000 fand ein Paradigmenwechsel in Bezug auf die Wohn -und Lebenssituation von geistig- sowie mehrfachbehinderten Menschen statt. Die ambulante Unterbringung sollte nun Vorrang vor der stationären haben. Bis dahin gab es als einzige Alternative zum Elternhaus nur große, stationäre Einrichtungen. Aber Ziel sollten eben die Förderung der Selbstbestimmung und die Wahl der Wohnform auch unter den Bedingungen der eingeschränkten Selbstständigkeit sein. "Außerdem sollte die Beratung individueller und gerechter werden ", sagt Diplom-Sozialarbeiter Micha. Daher ist das KoKoBe-Angebot auch bewusst breitgefächert und in jeder Kommune mit einem anderen Schwerpunkt versehen. In Mönchengladbach gibt es zwei Anlaufstellen: in Rheydt an der Friedhofstraße im Paritätischen Zentrum (Ansprechpartner ist Micha) und in Gladbach im Ambulanten Dienstleistungszentrum (Fahres 18b). Hier sind Margot Heinke-Becker und Christa Carol die Ansprechpartnerinnen. Die Sprechstunden in Rheydt sind montags von 10.30 bis 12.30 Uhr, in Gladbach mittwochs von 13 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 11 Uhr. Der Schwerpunkt liegt in Gladbach auf der Beratung. "Wir ermitteln zusammen mit dem Betroffenen, im Rahmen des so genannten Erste-Hilfe-Plans, wie er seine Ziele erreichen kann und welche Wohnform die beste ist, beraten im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung, und geben Tipps, wo man Hilfe vom Amt oder der entsprechenden Behörde bekommt", erklärt Micha. Dazu gibt es in Rheydt ein besonderes Projekt: Probewohnen. Hier haben Einzelpersonen, aber auch WGs, die Möglichkeit, für vier Monate unter realen Bedingungen zu testen, ob die eigene Wohnung das Richtige ist und ob man doch lieber alleine wohnt. Dafür gibt es sogar Wartelisten.

Doch die KokoBes tun noch mehr. Sie setzten sich im Rahmen der Koordinierung für eine Öffnung der Angebote von Volkshochschule oder Familienbildungsstätte für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung und den Ausbau der Struktur für selbstbestimmtes Wohnen ein. Außerdem gibt es offene Angebote und ein Café. Und alle drei Monate den Veranstaltungskalender "Gemeinsam" - darin sind alle Veranstaltungen in Mönchengladbach aufgelistet. Inzwischen gibt es die KoKoBes zwölf Jahre, 8400 Personen pro Jahr haben das Angebot schon in Anspruch genommen. "Wir haben uns gut etabliert", freut sich Micha.

Quelle: RP
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