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Mönchengladbach
Kontakt gesucht und gefunden

Mönchengladbach: Kontakt gesucht und gefunden
Die Studierenden Ramona Lehnen, Judith Mergenmeier, Andy Kong, Jenny Nordmann und Julia Hilgers (im Foto von links) organisierten das Treffen am Alten Markt. FOTO: Blik-kontakt
Mönchengladbach. Fünf Studierenden ist es gelungen, einen Ort der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen. Von Angela Rietdorf

Das Besondere an der Veranstaltung war die Normalität. Die Normalität, mit der sich Menschen mit und ohne Behinderung begegneten, miteinander aßen, tranken und Musik hörten, und das Ganze mitten im Herzen der Stadt - im Graefen + König am Alten Markt. "Das war klasse", sagt Peter Sowinski von Hephata. "Das sollte so weitergehen."

Das findet nicht nur er, das finden alle Beteiligten. Bei der anschließenden Bewertung der Veranstaltung gab es praktisch keine Kritik und keine Verbesserungsvorschläge. Es war ein voller Erfolg. Was da Behinderte und Nicht-Behinderte, Studierende, Mitarbeiter von Hephata und Lebenshilfe und die Leitung des Restaurants Graefen + König so in Euphorie versetzt, war die Veranstaltung "Blik-kontakt - Ort der Begegnung", die fünf Studierende der Hochschule Nimwegen für ihre Bachelorarbeit auf die Beine gestellt haben. Die fünf angehenden Sozialpädagogen arbeiten zurzeit in Einrichtungen der Stiftung Hephata und der Lebenshilfe. Für ihre anstehende Abschlussarbeit suchten sie nach einem passenden Projekt und befragten Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtungen. Schnell war klar, in welche Richtung es gehen sollte. "Die Klienten wünschten sich mehr Kontakte außerhalb der Einrichtung", formuliert Julia Hilgers das Ergebnis der Befragung. Damit stand die Aufgabe fest: die Entwicklung einer Begegnungsmöglichkeit im öffentlichen Raum, dort, wo es wenig Hemmschwellen gibt, um miteinander Kontakt aufzunehmen.

Als Erstes musste ein Partner aus der Gastronomie her. Und an dieser Stelle waren die fünf Studierenden stellenweise etwas frustriert. Sie hatten in etlichen Cafés und Restaurants nachgefragt und keinen Erfolg gehabt. Doch dann liefen sie beim Graefen + König am Alten Markt offene Türen ein. "Unser Geschäftsführer war sofort begeistert", sagt Julia Lückertz, die sich dann seitens des Gastronomiebetriebs um die Veranstaltung kümmerte. "Einen besseren Ort hätten wir für die Veranstaltung nicht finden können", sind sich die Organisatoren einig. Mitten im Restaurant und bei laufendem Betrieb fand der Blik-Kontakt statt: Die Tische wurden zu zwei langen Tafeln zusammengerückt, es gab Livemusik, eine Fotoaktion, eine Verlosung, Spiele standen bereit, und es wurde gegessen und getrunken. 200 Gäste kamen, etwa je zur Hälfte Menschen mit und ohne Behinderung. Viele kamen gezielt, denn die Studierenden hatten viel Werbung für die Veranstaltung gemacht. Andere kamen zufällig vorbei, aber niemand fühlte sich gestört durch Rollstühle und Rollatoren - Inklusion, wie sie sein sollte. Und wie sie bleiben soll.

"Die Veranstaltung ist der Startschuss gewesen", sagt Andreas Neugebauer von der Stiftung Hephata. "Es soll weitergehen." Allerdings vermutlich ohne die fünf angehenden Sozialpädagogen, denn die werden erst einmal ihre Bachelorarbeit über das gelungene Projekt schreiben. Aber das Graefen + König ist weiter mit im Boot und bietet den "tollen Rahmen", wie Julia Hilgers lobt. "Einen besseren Partner hätten wir nicht finden können."

Quelle: RP
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