| 18.36 Uhr

Mönchengladbach
Koran-Verteilung an der Hindenburgstraße

Salafisten verteilen Koran in Mönchengladbach
Salafisten verteilen Koran in Mönchengladbach FOTO: ape
Mönchengladbach. Unter dem Motto "Lies" haben Anhänger der Salafisten am Freitagnachmittag an der Hindenburgstraße den Koran verteilt. Auch der ehemalige Vorsitzende des mittlerweile aufgelösten Vereins "Einladung zum Paradies", Sven Lau, war vor Ort dabei.

"Kostenlos und in deutscher Sprache", so priesen die Mitglieder der Salafisten an ihrem Stand vor den Stufen zur Theatergalerie am Freitagnachmittag, 4. Mai, den Koran an. Etwa sechs Kisten in der Größe von Umzugskartons wurden an die Mönchengladbacher verteilt. Unter den Salafisten war auch Sven Lau, der ehemalige Vorsitzende des in der Zwischenzeit aufgelösten Vereins "Einladung zum Paradies". Er hielt sich bei der Verteil-Aktion weitgehend im Hintergrund und gab gegenüber seinen "Brüdern" an, nur auf der Durchreise zu sein.

Direkt gegenüber dem Koran-Stand hatten sich Vertreter der Eickener Bürgerinitiative versammelt. Angeführt durch den Vorsitzenden Winfried Schultz verteilten sie Flyer, die über den Salafismus in Deutschland und die Koran-Verteilung aufklären sollten.

Am Freitagvormittag war mit einer Abordnung von rund zehn Anhängern die rechtspopulistische Gruppierung Pro NRW am Freitagmorgen an der Moschee an der Duvenstraße aufgelaufen. Etwa 200 Gegendemonstranten stellten sich den provozierenden Thesen und Mohammed-Karikaturen mit Sprechchören und Pfiffen.

Nach den Ausschreitungen in Solingen am Anfang der Woche, war bei der Koran-Verteilung auch die Polizei mit einem Mannschaftsbus und einigen Beamten in Zivil vor Ort. In Solingen hatten Islamisten gegen eine Aktion von Pro NRW protestiert, bei der die Rechtspopulisten Mohammed-Karikaturen zur Schau stellen wollten. Die Situation eskalierte. Salafisten bewarfen Polizisten mit Steinen. Am Ende gab es vier Verletzte und 81 vorläufige Festnahmen.

Ausschreitungen dieser Art hat es in Mönchengladbach jedoch nicht gegeben. Gegen 17 Uhr trat ein Passant, der zuvor bereits durch laute Parolen auf sich aufmerksam gemacht hatte, den Aufsteller vor dem Stand der Salafisten um. Ansonsten verlief die Verteil-Aktion jedoch ruhig.

(ape/top)
 
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