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Mönchengladbach
Kostenlose Hepatitis-Impfungen für Ehrenamtler

Mönchengladbach. Um eine mögliche Infektion mit Hepatitis A oder B zu verhindern, werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Evangelischen Kirchenkreises (EK) die mit Flüchtlingen arbeiten, vorsorglich dagegen geimpft. Da die Impfungen gegen Hepatitis A und B nicht zu den Standardimpfungen zählen und somit nicht von den Krankenkassen bezahlt werden, übernimmt der EK die Kosten. Pro Mitarbeiter fallen so rund 300 Euro an, die aus dem 100.000 Euro umfassenden Flüchtlingsfond genommen werden. "Wir als Träger sind dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass unsere Helfer gesund bleiben", sagt Pfarrer Dietrich Denker. Von Saskia Nothofer

Nach Angaben des EK handle es sich um eine rein präventive Maßnahme, noch habe es keine Ansteckungen gegeben. "Die Flüchtlinge sind nicht zwangsläufig schlechter geschützt", erklärt der Arzt Ralph Köllges, in dessen Praxis die Impfungen durchgeführt werden. Doch mit dem Zusammenbruch der Hygiene in krisengeschüttelten Ländern sei es eventuell zum Aufflammen von Krankheiten gekommen.

Zwar sind Hepatitis A und B in Deutschland kaum verbreitet, doch schon bei einer Reise nach Spanien oder Italien wächst die Infektionsgefahr. So wird Hepatitis A über Nahrungsmittel übertragen - Hepatitis B über Körperflüssigkeiten. "Hauptübertragungsweg sind sexuelle Kontakte. Die Ansteckung kann aber auch über Schweiß, Blut oder Tränenflüssigkeit erfolgen", so Köllges. Der Schutz sei für die Flüchtlingshelfer also sehr wichtig.

Doch nicht nur die vom EK initiierte Schutzimpfung ist notwendig. Köllges weist darauf hin, die von den Krankenkassen finanzierten Standardimpfungen nicht zu vernachlässigen. "Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten sowie gegen Masern, Mumps und Röteln sind unerlässlich", so der Arzt. Viel zu viele Deutsche seien nicht ausreichend geschützt.

Neben den Hepatitis-Impfungen werden auch weiterbildende Seminare für die Flüchtlingshelfer an der Philippus Akademie angeboten. "Themen sind beispielsweise Hygiene, Gesundheit oder der Umgang mit Rechtsangelegenheiten in Bezug auf die Flüchtlinge", so Leiterin Martina Wasserloos-Strunk.

Quelle: RP
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