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Mönchengladbach
Krahnendonk bewegt Kinder mit Handicap

Mönchengladbach: Krahnendonk bewegt Kinder mit Handicap
Hüpfen, riechen, tasten - das große Spiel- und Sportfest in der Krahnendonkhalle bietet zahlreiche Stationen zum Toben und Be-greifen. FOTO: Ilgner
Mönchengladbach. Beim Spiel- und Sportfest in der Krahnendonkhalle können auch schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche neue Erfahrungen sammeln. Nicht nur Mönchengladbacher Schulen nehmen teil. Von Angela Rietdorf

Ein Junge liegt auf einer dicken Matte und greift immer wieder in eine große Wanne mit Nudeln, ungekochten natürlich. Langsam lässt er sie durch die Finger gleiten. "Kevin möchte gar nicht mehr weiter", sagt eine Betreuerin zu Monika Hüschges. Die Pädagogin von der Förderschule Dahlener Straße kennt solche Reaktionen gut. "Manche Kinder kommen immer wieder, weil ihnen eine Station so besonders gut gefällt", sagt sie. So wie ein anderer kleiner Junge, der auf der Massagematte liegt, die leise vor sich hin brummt und vibriert. Oder andere, die den kinetischen Sand formen und kneten und dabei das besonders weiche Gefühl genießen.

Der Fühlraum, in dem all dies passiert, ist Teil des großen Spiel- und Sportfestes, das einmal im Jahr in der Krahnendonkhalle in Neuwerk für schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder stattfindet. Bis zu achthundert Kinder kommen an den vier Tagen des Festes in die bunt geschmückte Halle, in der viele Angebote auf sie warten. Alle Sinne können sie dort einsetzen: neben dem Fühlraum gibt es auch einen Klangraum, in dem die Kinder mittels Kopfhörer der Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten lauschen, dazu Bilder ansehen und Gegenstände be-greifen können. Im Wahrnehmungstunnel, einem mit schwarzem Stoff abgehängten Bereich der Halle, passiert man erst eine Trockendusche. Stoffstreifen hängen von der Decke und bewegen sich in einem Luftstrom. Sie berühren die Kinder im Gesicht und an den Händen. Im nächsten Bereich ist das Riechen an der Reihe: Aus den kleinen Flaschen steigt der Duft von Erdbeeren auf oder von Orangen. Auch Zedernduft ist dabei, aber den mögen viele nicht, berichtet Silvia Hartfiel. Sie ist Lehrerin an der Sebastianusschule in Kaarst und gehört zum Organisationsteam der Veranstaltung, die es seit mehr als zwanzig Jahren gibt. "Es gab auch vorher immer Sportfeste, aber Schüler mit schweren Behinderungen konnten nicht teilnehmen", erklärt sie die Gründe, die zum Entstehen des Spiel- und Sportfests "Krahnendonk bewegt" geführt haben. Hier können die Kinder erfahren, dass sie etwas bewegen können, etwa beim Drücken von Schaltern oder beim Steuern der Modellbahnanlage, die in der Mitte der Halle steht. Sie erleben Bewegung auf den großen Schaukeln, die von der Hallendecke hängen, dem Trampolin oder der Hüpfburg. Oder indem sie in einem Boot, das auf einem Mattenwagen liegt, durch die Halle gefahren werden. Weil die Teilnehmer Betreuung brauchen, möglichst sogar Eins-zu-Eins-Betreuung, sind viele Helfer erforderlich. Die kommen aus der Hans-Jonas-Gesamtschule, unterstützen an den einzelnen Stationen und helfen beim Auf- und Abbau.

Nicht nur Gladbacher Schulen nehmen am Spiel- und Sportfest teil, es sind auch Schulen aus dem Rhein-Kreis Neuss, aus Krefeld und Viersen dabei. Finanziell ermöglicht wird das viertägige Fest durch die Unterstützung des Lions-Hilfswerks Mönchengladbach-Rheydt.

Quelle: RP
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