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Mönchengladbach
Krankenhäuser auf dem Prüfstand

Das sagen die Landtagskandidaten aus Mönchengladbach
Das sagen die Landtagskandidaten aus Mönchengladbach FOTO: ddp
Mönchengladbach. Unwägbarkeiten künftiger Gesundheitsreformen machen Voraussagen über die Entwicklung der stationären medizinischen Versorgung in Mönchengladbach schwierig. Derzeit unterhalten fünf Träger acht Krankenhäuser. Von Dirk Richerdt

Diskutiert wird viel über die Fortentwicklung der Krankenhauslandschaft in Mönchengladbach. Zwei Beispiele aus jüngster Vergangenheit: Kann ein Herzzentrum hier angesiedelt werden? Und ließe sich die Hardterwald-Klinik in eine Reha-Klinik umwandeln? Konkrete Beschlüsse gibt es dazu nicht.

Zwei größere und drei kleinere Kliniken bestreiten das stationäre Angebot. Die sieben Kliniken der von einem katholischen Träger betriebenen Maria-Hilf-Gruppe, verteilt auf drei Standorte, verfügen mit 794 Betten über den größten Teil der stationären Betreuung in Mönchengladbach. Der zweitgrößte Klinikverband gehört der Stadt: Zusammen bringen es die Städtischen Kliniken mit Elisabeth-Krankenhaus und Hardterwaldklinik auf 712 Betten (Eli: 577, Hardterwaldklinik: 123 plus zwölf Betten in der Tagesklinik). Das Krankenhaus Neuwerk (katholisch) hat 363 Betten, das evangelisch geführte Bethesda 350 Betten. Eine Landeseinrichtung ist die LVR-Klinik in Rheydt, die sich um psychisch erkrankte Menschen kümmert.

Die Krankenhäuser Mönchengladbachs sind eingebettet in das Versorgungsgebiet Niederrhein, dazu gehören außerdem Kliniken in Krefeld und den Kreisen Viersen und Neuss. Insgesamt halten die 17 Krankenhäuser in diesem Raum 5428 Betten vor, das sind ca. 1100 Betten mehr, als nach dem Krankenhausbedarfsplan des Landes ausgewiesen sind (4300). Das mag darauf hindeuten, dass über kurz oder lang Kliniken verkleinert werden müssen. Oder dass sogar ein Krankenhaus die Arbeit ganz einstellen wird.

Das Land NRW hat nur begrenzten Einfluss auf die Ausstattung der Kommunen mit Krankenhäusern. Dafür ist vielmehr die Selbstverwaltung vor Ort zuständig. Gemeinsam mit den Krankenkassen legen die Krankenhäuser selbst fest, wie viel Betten, welche Leistungsangebote und Fachkliniken sie vorhalten wollen. Der Vorschlag der FDP vor zwei Jahren, die Städtische Kliniken GmbH an einen privaten (oder kirchlichen) Träger zu überführen, wird derzeit nicht weiter verfolgt. Dazu äußert sich Heinz Frohn, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg, so: "Solche Überlegungen machen dann Sinn, wenn ein Krankenhaus Defizit verursacht. Aber die Städtischen Kliniken schreiben schwarze Zahlen."

So hält Frohn nichts davon, sich von den beiden Kliniken in Rheydt und Hardt zu trennen. Außerdem befürchtet Frohn eine "Qualitätsverschlechterung", sollte ein privater Träger zum Zuge kommen. "Solche Eigentümer neigen dazu, gezielt Patienten zu wählen, die wenig Arbeit machen, die pflegeleicht sind. Alles, was nach Komplikationen riecht, wollen sie meiden. Dann kommen fragwürdige Absprachen zwischen solchen Kliniken und Ärzten zu Stande. Beispiel: "Demenzkranke schickst du mir aber nicht", wird dann den niedergelassenen Ärzten bedeutet. So etwas geht nicht!"

In den vergangenen Jahren haben die Krankenhäuser in Mönchengladbach ihre Kompetenzen neu verteilt, dabei kam es zu weitreichenden Kooperationen, etwa zwischen der Maria-Hilf-Gruppe und dem Bethesda. Sie tauschten ganze Abteilungen, zum Beispiel die Unfallchirurgie gegen die Gynäkologie. "Zu fragen ist auch: Brauchen wir tatsächlich zwei Urologien (Eli und Franziskushaus) und zwei Gefäßkliniken (Eli, Maria Hilf)?", gibt Frohn zu bedenken. Dass es weiterhin zwei Unfallchirurgien bedarf – eine in Gladbach, eine in Rheydt –, steht für den AOK-Mann außer Frage.

Quelle: RP
 
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