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Mönchengladbach
Kranker Mann fiel in der Familie auf

Mönchengladbach. Angeklagter beging Straftaten und schockierte seine Ehefrau mit Wahnideen Von Ingrid Krüger

Der aus Algerien stammende Angeklagte (40) musste sich wochenlang vor der Zweiten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Zahlreiche Straftaten wurden ihm vorgeworfen, unter anderem Ladendiebstähle, Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Seit 1996 lebt der Algerier in Mönchengladbach. Die Ehefrau berichtete im Prozess, dass ihr Mann sich seit 2011 verändert habe. Er sei aggressiv geworden. Der Konsum von Cannabis und Alkohol habe eine immer größere Rolle gespielt. Zwischen dem Ehepaar sei es zu Streit und Tätlichkeiten gekommen. Die Ehefrau trennte sich von ihrem Mann. Im Gerichtssaal hatte sie gesagt: "Ich habe ihn geliebt. Aber ich will ihn nicht mehr sehen".

Auch ein Neffe hatte sich zu dem Onkel geäußert. Der Angeklagte sei nicht mehr derselbe gewesen. "Er hat mir vorgeworfen, seine Frau vergewaltigt zu haben", so der 23-jährige Verwandte. Er habe das gar nicht ernst genommen. Aber bei einem Treffen im Juni 2014 habe ihm der Onkel erneut vorgehalten: "Warum hast du meine Frau vergewaltigt?"

Wenig später erklärte Dr. Martin Albrecht in seinem psychiatrischen Gutachten die seltsame Veränderung des Angeklagten. Der 40-Jährige leide an einer nicht heilbaren, aber gut behandelbaren paranoiden Schizophrenie. Der Sachverständige hatte den Gladbacher auf dessen strafrechtliche Verantwortlichkeit untersucht. Der kranke Angeklagte könne strafrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden, so das Ergebnis. Der 40-Jährige leide unter Wahn- und unter Verfolgungsideen. Der Kranke höre Stimmen und werde von Affektstörungen und Halluzinationen geplagt. Am Ende schlug der Sachverständige vor, den kranken Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen, aber zugleich diese Unterbringung mit strengen Auflagen zur Bewährung auszusetzen.

Dem Gutachten schlossen sich alle Verfahrensbeteiligten an. Das Gericht setzte die Unterbringung für vier Jahre zur Bewährung aus. Aber der Angeklagte muss die Behandlung fortsetzen und überprüfen lassen. Er darf weder Alkohol noch andere Rauschmittel konsumieren. Kontakt zur Ehefrau wird verboten. Kontakt zu dem Sohn ist nur in Begleitung erlaubt. Der Angeklagte steht von nun an unter Führungsaufsicht. Außerdem wird er von einem Bewährungshelfer und einem Betreuer begleitet.

Quelle: RP
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