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Mönchengladbach
Kreative Küche belebt Museum und Oberstadt

Mönchengladbach: Kreative Küche belebt Museum und Oberstadt
Architekt Burkhard Schrammen (v.l.), Koch Stefan Wächter, Betreiberin Maria Opificius und Makler Frank Mund vor der neuen Gastronomie. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Ein mediterranes Café-Restaurant mit Terrassenbereich eröffnet am 10. Juni im neuen "Stadtmauerhaus" gegenüber des Museums Abteiberg. Es soll auch eine Initialzündung für das gesamte Areal sein. Von Jan Schnettler

Am Abteiberg mag Deutschlands Museum des Jahres 2016 stehen - aber wer sich im Anschluss an einen Ausstellungsbesuch noch auf ein Glas Wein, einen Kaffee oder ein leckeres Häppchen niederlassen wollte, schaute bisher in die Röhre. Eine eigene Gastronomiefläche hält das Haus nicht vor. Dabei bleibt es zwar auch, doch genau gegenüber, im neuen, von Architekt Burkhard Schrammen gestalteten "Stadtmauerhaus", geht am Samstag, 10. Juni, eine neue Gastronomie an den Start. Und zwar eine, die es in sich haben wird. "Und mit dem Museum zusammenarbeiten wird, wenn dort Veranstaltungen stattfinden", sagt Betreiberin Maria Opificius.

"Marasol" heißt das Café-Restaurant der gebürtigen Brasilianerin, die zuvor zehn Jahre die AOK-Großküche in Grevenbroich leitete und sich nun mit der Selbstständigkeit einen Traum verwirklicht hat. "Ein Kunstwort aus meinem Vornamen Maria und dem spanischen ,sol' für Sonne", sagt Opificius. Damit ist der kulinarische Rahmen abgesteckt - fast. Spanisch-mediterran wird es zugehen im Marasol, aber mit bayrischem Einschlag. Dafür zeichnet Koch Stefan Wächter verantwortlich, ein Bayer, der lange in Spanien, Mittel- und Südamerika arbeitete. "Alpenküche und spanische Küche in Tapasform" will er anbieten - "Flying Tapas", frisch zubereitet, die nach und nach aus der Küche nachgeliefert werden, ohne dass man sie explizit bestellt hat; man wählt aus und zahlt nur für das, worauf man gerade Appetit hat. So können sich die Gäste etwa auf "G'zupfte Sau" (Bayrisches Pulled-Pork) freuen. "Das Format der Flying Tapas habe ich im Stuttgarter Raum schon sehr erfolgreich ausprobiert, für Gladbach ist es neu", sagt Wächter. Und schielt natürlich auch ein wenig auf die vielen (Santander-)Spanier, die in der Stadt leben.

40 Sitzplätze im Innenbereich wird es geben, weitere 20 auf der Außenterrasse, die in den nächsten Wochen noch entsprechend gestaltet wird. Architekt Schrammen sieht eine Symbiose zwischen seinem Neubau, in dem bis auf eine Büro- und Atelierfläche im ersten Obergeschoss bereits alle Einheiten vermietet sind, und der Gastronomie. "Das Gebäude mit seiner Vertäfelung und seiner Leichtigkeit hat ja auch etwas Spanisches", sagt Schrammen. Ihm schwebt vor, dass man in einem weiteren Schritt auch die Außenfläche vor besagter Atelierfläche noch in ein Gastronomiekonzept einbinden könnte.

Für Makler Frank Mund ist das neue Restaurant, das von 9.30 bis 21.30 Uhr geöffnet haben, auch Frühstück und A-la-carte-Küche anbieten und eine kleine Vinothek vorhalten wird, im Kontext der gesamten Oberstadt eine "Initialzündung für das Quartier, das hier entsteht". Schrammen sagt: "Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, schon am Anfang das Bestmögliche zu erreichen."

In der Tat könnte der neue Treffpunkt an der Abteistraße, die seitens der Stadt nun auch endgültig für die Durchfahrt gesperrt worden ist, der Oberstadt und dem Museum einen Schub geben. Denn noch hakt es dort oft an der Passantenfrequenz. Das sagt etwa auch Georg Walendy, Geschäftsführer von Alberto, dessen neuer "Concept Store" an der oberen Hindenburgstraße aber dessen ungeachtet sämtliche Erwartungen übertroffen habe. Der Standort in der absoluten Mitte Gladbachs biete "Riesenchancen für mittelständische Einzelhändler, denn kaum einer weiß, wie niedrig die Mieten dort sind". Das Modeunternehmen werde dort durchhalten, "bis Sie da oben gebaut haben, dann haben wir eine 1a-Lage", sagte Walendy diese Woche zu OB Hans Wilhelm Reiners und Wirtschaftsförderer Ulrich Schückhaus bei der Messe "MG zieht an". Er sprach damit den Durchstich von der Hindenburgstraße zum Museum an, dessen Planungen mittlerweile konkreter geworden sind. Und auch der Umzug der Postbank in die frühere New-Yorker-Filiale weckt Hoffnungen hinsichtlich einer weiteren Belebung der Oberstadt.

Quelle: RP
 
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