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Mönchengladbach
Kreativer Zugang zur Fremdsprache

Mönchengladbach. Schüler aus sechs Nationen arbeiten in Projekten zusammen. Die Arbeitssprache dabei ist Englisch. Von Angela Rietdorf

Irgendwann ist es soweit: Dann denkt man auf Englisch und träumt sogar auf Englisch. Das passiert, wenn man ständig Englisch sprechen muss. Nicht nur in der Unterrichtsstunde, sondern wenn man tagelang gemeinsam an einem Projekt arbeitet und sich nur in der Fremdsprache verständigen kann. "Bei so einem Projekt denkt man nicht darüber nach, ob man vielleicht einen Fehler beim Sprechen macht, sondern sagt, was man gerade denkt", sagt Max. "Wir waren auch alle auf einem ähnlichen Stand", erklärt Laura. Die beiden Schüler des Math.-Nat.-Gymnasiums haben an einem Erasmus+-Projekt teilgenommen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Sprachförderung mit kreativen Mitteln zu erreichen. Schulen aus sechs Ländern nehmen daran teil: die fünf Schulen aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Frankreich und eben Deutschland, die sich regelmäßig beim 5-Länder-Treffen begegnen, und zusätzlich eine Schule aus Tschechien. Der Ansatz: Schülergruppen treffen sich zweimal in Jahr jeweils in einer anderen Schule und erarbeiten gemeinsam kreative Projekte. "Wir haben zum Beispiel ein Musikprojekt umgesetzt", erzählt Laura. Rilkes Gedicht "Der Panther" wurde musikalisch begleitet mit Gitarre oder Xylofon, Trommel oder Klavier. Zwei Tage hatten die Schüler für das Projekt Zeit. Oder die Aufgabe bestand darin, europäische Sagen, die die Schüler ausgewählt und mitgebracht hatten, in Comics umzuarbeiten.

Vor zwei Wochen trafen sich die Schülergruppen - jede Schule schickt jeweils vier Schüler und zwei Lehrer - in Frankreich, um gemeinsam Theater zu spielen. Im Vorfeld hatten alle den Roman "Die Welle" gelesen, der häufig als Schulstoff behandelt wird und sich um Schulexperiment dreht, das Manipulationstechniken aufzeigt. Unter Anleitung eines Theatercoaches haben die Schüler in international zusammengestellten Gruppen Szenen zum Thema entwickelt, anschließend verknüpft und als Theaterstück aufgeführt. Natürlich alles auf Englisch, denn das Ziel ist ja Sprachförderung. "Das bringt einen wirklich weiter", sagt Laura. Und man fühle sich auch im Unterricht sicherer, ergänzt Max. Auch nach den Treffen bleibt der Kontakt erhalten, und man tauscht sich weiter aus. Über Facebook, Whatsapp oder Ähnliches und natürlich weiter auf Englisch.

"Das Kommunizieren über Grenzen hinweg funktioniert gut", stellt Jens Hinz fest, Lehrer für Erdkunde und Sozialwissenschaften am Math.-Nat. und gemeinsam mit seiner Kollegin Andrea Scheller aufseiten der deutschen Schule für das Projekt zuständig. Das von der EU geförderte Angebot ist noch nicht am Ende angelangt: Zwei Schulen warten noch auf ihre europäischen Besucher. Im Herbst geht es nach Sternberk in Tschechien, wo die Fotografie im Mittelpunkt der Arbeit stehen wird, im nächsten Frühjahr endet das Projekt in Diekirch in Luxemburg.

Quelle: RP
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