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Mönchengladbach
Aladin: Vom Wünschen und Zaubern

Mönchengladbach. Mit sanfter Stimme erzählt Scheherazade den Kindern und dem König, der nicht nur zuhören, sondern auch mitspielen will, ihre Geschichten. Das zauberhafte Stück wird noch einige Male im Theater aufgeführt. Empfehlenswert - absolut. Von Angela Wilms-Adrians

Tausend und eine Geschichte muss Scheherazade dem König erzählen, um ihr Leben zu retten. Das Märchen "Aladin und die Wunderlampe" vertraut sie auch den Kindern im Stadttheater Mönchengladbach an.

Liebevoll aufbereitet und mit amüsanten Details verfeinert, bezieht sich Peter Seuwens Inszenierung des Schauspiels geschickt auf die literarische Form der morgenländischen Erzählungen mit Rahmenhandlung. Mit sanfter Stimme berichtet Scheherazade den Kindern und dem König, der nicht nur zuhören, sondern auch mitspielen will. Zuweilen greift die Geschichtenerzählerin in das Geschehen ein oder wird selbst zur Figur der Binnenhandlung. So wechseln und vermischen sich in traumhaften Übergängen die Ebenen und Rollen. Einzig Marcus Abdel-Messih ist ausschließlich Aladin.

Monika Frenz´ Bühnenbild und Kostüme zaubern farbenfroh das orientalische Flair. Wie von Geisterhand werden Kulissen zu den Szenen verrückt oder um neu auftauchende und verschwindende Elemente, wie das Badehaus der Prinzessin Fata Morgana, verändert. Während der böse Zauberer durch eine Luke in die Höhle zu schauen scheint, ist deren dunkel schimmerndes Inneres als separater Raum längst in die Bühnenmitte vorgerückt. So erleben die Kinder zugleich den Zauberer wie auch Aladin in der verwunschen anmutenden Unterwelt. Die Handlung bleibt im Fluss und wahrt zugleich ihre märchenhafte Ausstrahlung. Dabei wirkt sie wie von leichter Hand erzählt, die Dialoge sind witzig angelegt. Jörg Wockenfuß´ Musik rundet die geheimnisvolle Spannung der Erzählebenen mit verführerischen Melodien und sanftem Liebeslied ab.

Thomas Wenzel ist zunächst der König, tauscht dann aber seine Krone gegen Zylinder und schwarzen Umhang, um zum Zauberer zu werden. Er lispelt als Großwesir und scheint als Herold auf Scheherazades Zuflüsterungen angewiesen zu sein. Als König gähnt er, als sich zu früh ein Happy End zwischen dem Aladin und seiner Liebsten anbahnt. So spinnt die um ihr Leben bangende Erzählerin die Geschichte rasch weiter aus. Silvia Munzón Lopéz trifft das Geheimnisvolle dieser Rolle. Als Prinzessin ist sie das Töchterchen, das seinen Vater, den mächtigen Sultan, mit ihrem Liebreiz um den Finger wickeln kann. Ein feines Klirren begleitet einen jeden ihrer Schritte im schillernd bestickten Gewand.

Als Dschinn aus der Lampe und Geist des Ringes erfüllt Markus Hennes natürlich alle Wünsche, zeigt aber witzig, dass seine Figuren nicht unfehlbar sind. Ein lautes Scheppern kündet etwa an, dass der Geist beim Anflug jenseits des Blickfeldes eine Bruchlandung hat. Als Konzertkobold Kiko ist Paula Emmrich für viele Kinder eine bekannte Größe. Die wenigsten dürften sie in ihrer Rolle als Aladins Mutter direkt wiedererkennen. In liebevoll gezeichneten Choreographien und Handlungselementen mit Gesangseinlagen bereichern weitere Ensemblemitglieder als Dienerinnen, Demonstranten und anderes mehr den Handlungsablauf.

Aufführungen: 1. und 2. Dezember, jeweils 9.30 und 11.30 Uhr, 3. Dezember, 9.30 Uhr, 7. Dezember, 9.30 Uhr, 8. und 9.Dezember, jeweils 10.30 Uhr, 10. Dezember, 9.30 und 11.30 Uhr, 11. Dezember, 10.30 Uhr, 15. und 16.Dezember, jeweils 9.30 Uhr und 11.30 Uhr, 17. Dezember, 9.30 Uhr und 18. Dezember, 10.30 Uhr. Buchungen unter 02166 6151-165 oder besucherservice-mg@theater-kr-mg.de möglich.

Quelle: RP
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