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Mönchengladbach
Auf der Baustelle in der Juppekerk

Mönchengladbach. Im Frühjahr wird die Grabeskirche an der Keplerstraße eröffnet. Aber schon jetzt sind fast 100 Grabkammern verkauft. Die Umwidmung war die einzige Chance, das markante Gotteshaus mitten in Rheydt zu retten. Der Verfall drohte. Von Inge Schnettler

Wer die schönsten Momente seines Lebens in der Nordkurve des Borussia-Stadions erlebt hat, kann sich nach seinem Ableben an einem standesgemäßen Ort ganz in Schwarz-Weiß-Grün bestatten lassen - in der Josefskirche (Juppekerk) an der Keplerstraße. Bezeichnenderweise in der Nord-Kapelle. Im Frühjahr soll die Grabeskirche, zu der die "Juppekerk" umgebaut wird, eröffnet werden. Schon jetzt sind fast 100 Grabkammern verkauft - mehr, als Geschäftsführerin Sabine Vennen erwartet hätte. "Das zeigt, wie wichtig diese Begräbnisstätte für die Rheydter ist."

Nebenbei wurde auf diese Weise die Kirche vor dem Verfall, beziehungsweise dem Abbruch gerettet. Zum 1. September vergangenen Jahres wurde die Kirche St. Josef entwidmet. Die Gemeindemitglieder waren traurig, sahen aber auch die Chance, das Kirchengebäude zu erhalten. Eine Alternative gab es für die Verantwortlichen. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude war sanierungsbedürftig. Die Gelder, die die Kirche aus den Urnenplätzen einnehmen wird, sollen in die weitere Renovierung fließen.

Bis zu 4000 Plätzen in der letzten Ausbauphase wird die Kirche aufnehmen können. Für Kinderbestattungen sind separate Urnenschränke im Bogengang rund um den Chor vorgesehen. Und über dem Altar wird eine Lichtinstallation auf das liturgische Zentrum des Raumes verweisen.

Gestern durften Neugierige einen Blick in die zukünftige Grabeskirche werfen. Sie fanden eine spannende Baustelle vor. Der Innenraum ist rundum eingerüstet. Sabine Vennen warnte die meist älteren Besucher vor den zahlreichen Stolperfallen. Interessiert hörten die Teilnehmer den Erläuterungen zu, fürsorglich waren zur Erfrischung Getränke und Knabbereien bereitgestellt worden. Und zur Veranschaulichung hatten die Organisatoren Schautafeln aufgestellt. Außerdem das Modell eines Urnenschranks. Die großen im Mittelschiff werden 2,40 Meter hoch, die in den Seitenschiffen 1,80 Meter. Die Urnen verschwinden hinter Glastüren, die in allen Regenbogenfarben schimmern.

Die Besucher streiften neugierig durch den Kirchenraum. Ungewohnt kam er ihnen sicher vor, denn nur wenig erinnert an die Pfarrkirche von früher.

Quelle: RP
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