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Mönchengladbach
Blindenverein bekommt Bild von Carl Cohnen geschenkt

Mönchengladbach. Mit geschlossenen Augen sitzt er da. Der bärtige Mann umfasst mit beiden Händen den Stock, stützt sich auf ihn. In seiner dunklen, dicken Jacke sitzt er im Sessel, hinter ihm die in Pastelltönen gestrichene Wand. Carl Cohnen hat das Bild 1925 gemalt. 98 an 78 Zentimeter groß ist es. Und jetzt hängt es im aufwendig renovierten Johanna-Hölters-Haus des Blinden- und Sehbehindertenverein an der Mozartstraße 3. Das Ehepaar Marianne und Ernst-Dieter Kunert, langjähriger Pressesprecher der Stadt, haben es dem Verein geschenkt. Die beiden hatten es vor mehr als zehn Jahren gekauft, als sein Vorbesitzer sich von dem Kunstwerk trennte.

1978 wurde der Mönchengladbacher Maler Carl Cohnen mit einer Einzelausstellung im alten Museum an der Bismarckstraße geehrt. Im Begleittext hieß es damals: "Expressive Ausdruckskraft strahlt das Bild ,Der Blinde' aus. ... 1955 wurde dieses Gemälde der Öffentlichkeit in einer Ausstellung der Düsseldorfer Kunsthalle gezeigt." Die Bewertung: "In seiner besonderen Art der reduzierten Form- und Farbgebung - bildimmanent aufeinander abgestimmt - sind brillante und harmonische Bilder entstanden." Das Gemälde, das auch in einer Einzelausstellung Carl Cohnens 1970 im Düsseldorfer Malkasten zu sehen war, ist in mehreren Katalogen abgebildet. So beispielsweise in dem der Ausstellung des Kreismuseums Viersen 1978 in der Grefrather Dorenburg. "Freundlicherweise hat die Einrahmungswerkstatt Gabriele und Peter Boden das Gemälde einschließlich des Rahmens auf seinen ursprünglichen Stand gebracht, so dass wir es nun sehr gern dem Blinden- und Sehbehindertenverein übergeben konnten, wo es seine endgültige Bleibe finden soll", sagt Ernst-Dieter Kunert.

(isch)
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