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Mönchengladbach
Chöre und Orchester begeistern in St. Helena

Mönchengladbach. Im Konzert zum Reformationsjahr in der Rheindahlener Pfarrkirche beeindruckten die gesangliche und die instrumentale Leistung. Kantor Reinhold Richter war ein sicherer, impulsgebender Gesamtleiter. Von Gert Holtmeyer

Kraft- und schwungvoll begann in Rheindahlens Pfarrkirche St. Helena das Konzert zum Reformationsjahr. Die Barocktrompeten schmetterten, und der Chor bewältigte in kurzer Zeit beachtlich viele schnelle Noten. "Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten", Bachs Kantate BWV 172, legt so furios los wie das Weihnachtsoratorium. Feierlich und lebhaft waren auch die beiden anderen Werke des Konzerts angelegt, Joseph Haydns Te Deum C-Dur und das Magnificat D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach, Sohn des berühmten Thomaskantors. So war ein mitreißendes, kurzweiliges Programm zusammengestellt worden, das spürbar die Zuhörer in den dicht gefüllten Kirchenbänken und Stuhlreihen mitriss. Dass ein Festkonzert anlässlich des Reformationsjubiläums in einer katholischen Kirche stattfindet und Begeisterung auslöst, zeigt, dass sich seit den schlimmen Tagen des Dreißigjährigen Krieges in Kirche und Gesellschaft doch einiges bewegt hat.

Der gut besetzte und gut einstudierte Chor setzte sich zusammen aus dem Kirchen- und Projektchor St. Helena und dem ebenfalls von Reinhold Richter geleiteten Cornelius-Burgh-Chor Erkelenz. Sicher erklangen die schnellen Partien, markant und kräftig die Forte-Passagen. In den Kompositionen von Vater und Sohn Bach agierten überzeugende Gesangssolisten. Mit einer vor allem in der Höhe durchsetzungsfähigen, strahlenden Stimme gefielen die Sopranistin Emiko Okuyama und Donát Havár (Tenor). Durch einen voluminösen Bass zeichnete sich Jochen Kupfer aus. Franziska Gottwald (Alt) gestaltete mit weiten melodischen Bögen ausdrucksvoll die langsamen Arien, so im Magnificat die Arie "Suscepit".

Im groß besetzten Orchester, der Camerata Gladbach mit Konzertmeisterin Johanna Brinkmann, glänzten nicht nur Pauken und Trompeten. Besonders in der Tenorarie "O Seelenparadies" war ein dichter Streicherklang zu hören, präzise wurden die markanten Rhythmen wiedergegeben. Ebenfalls tadellos klangen Holz- und Blechbläser. Kantor Reinhold Richter bewährte sich als sicherer, temperamentvoller und impulsgebender Gesamtleiter.

Quelle: RP
 
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