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Mönchengladbach
Die Jungautorin

Mönchengladbach. Sie hat ihr erstes Buch geschrieben - einen historischen Roman - und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Wir haben Margarete Stefanie Obdenbusch in ihrem Wohnort Hehn besucht. Die Gymnasiallehrerin bastelt schon am nächsten Werk. Von Inge Schnettler

Margarete Stefanie Obdenbusch war noch nie in England. Aber sie kennt das Land bestens. Zumindest das England des 11. Jahrhunderts. Genauer noch: die Zeit der normannischen Eroberungen. Mitten in den Wirren lernen sich 1066 die angelsächsische Adelige Evaine und der normannische Ritter Robert kennen - und lieben. Wenn die Autorin von ihren beiden Protagonisten spricht, klingt das sehr freundschaftlich - fast familiär. So sagt die junge Autorin (geboren 1987) beispielsweise: "Wir mussten zusammen das Ende der Geschichte finden." Der rote Faden sei von Beginn an da gewesen, sagt sie. "Dann musste sich die Geschichte entwickeln." Das tat sie - und zwar auf exakt 803 Seiten. Ein dicker Wälzer. "Musste sein", sagt die Autorin, die sich auf dem Buchtitel Stefanie Margret nennt, lachend. "Um die Personen richtig kennenzulernen und ein Gefühl für sie zu bekommen, braucht man einige Seiten."

Mathematik und Physik hat sie studiert. "Ich hatte immer schon an allen Fächern Interesse. Beruflich habe ich mich für die Naturwissenschaften entschieden, privat fürs Lesen und Schreiben." Und da sie privat gern und häufig historische (möglichst dicke) Romane verschlingt - selbstverständlich kennt und liebt sie alle Bücher von Rebecca Gablé - stand schnell fest, in welche Richtung sich ihr Erstlingswerk entwickeln würde.

Die Recherche war aufwendig. "Mein Mann hat massenhaft Bücher aus der Aachener Hochschulbibliothek angeschleppt, und natürlich habe ich sehr viel im Internet gefunden." Neben ihrer Arbeit als Lehrerin am Wegberger Gymnasium hat sie jede freie Minute an dem Buch gearbeitet - etwa zwei Jahre lang, sagt sie. Dann erschien das Werk im Eigenverlag - zunächst. "Dann wurde ich von einem Scout vom Amazon-Publishing-Verlag kontaktiert." Und nach einem gründlichen Lektorat erschien der dicke Band - und verkaufte sich bisher schon prima. "Die Buchmesse war spannend", sagt Margarete Stefanie Obdenbusch. "Ich habe Bücher verkauft und signiert und hatte viele schöne Gespräche mit Menschen, die das Buch schon gelesen hatten."

Vor einem Jahr wurde Söhnchen Friedrich geboren, seitdem ist die junge Mutter zu Hause. "Ich hatte mir vorgestellt, dass ich in meiner Elternzeit mehr Muße zur Recherche für mein nächstes Buch haben würde - ist aber nicht so." Dennoch ist das Thema klar, und die historischen Hintergründe hat sie auch bereits studiert. "Die Handlung spielt 500 Jahre später als meine erste Erzählung", sagt sie. Es geht ebenfalls um eine Liebesgeschichte, sie spielt in Süddeutschland zur Zeit der Fugger in der rauen Wirklichkeit des Bergbaus.

Margarete Stefanie Obdenbusch will in diesem Jahr unbedingt England besuchen - das moderne des 21. Jahrhunderts.

Das Buch: Stefanie Margret, Bona fide - In Treu und Glauben, Amazon Publishing, ISDN 9-781-503-94979-9, E-Book 4,99 Euro, Print 11,99 Euro.

Quelle: RP
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