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Mönchengladbach
Die Traumstraße leuchtet hell und bunt

Mönchengladbach. Aus dem unscheinbaren, vernachlässigten Hohlweg zwischen Spatzen- und Fliescherberg ist ein erlebbares Kunstwerk geworden. Die fünf Laternen des englischen Künstlers Alex Morrison sind restauriert worden und werden bleiben. Von Inge Schnettler

Alex Morrison muss seine Homepage aktualisieren. In seinem Werkverzeichnis bezeichnet der Künstler das Material seiner fünf Laternen an der "Traumstraße" von 2013 so: Steel, MDF, Perspex, Paint. Das bedeutet: Stahl, mitteldichte Holzfaserplatten, Plexiglas, Farbe. Diese Angaben stimmen so nicht mehr. Die kunterbunten Leuchten am Hohlweg zwischen dem Spatzen- und dem Fliescherberg sind runderneuert worden. Das witterungsanfällige Material MDF wurde ersetzt durch soliden und langlebigen Edelstahl. Aber nicht nur das. "Im Grunde genommen wurde nicht restauriert, sondern komplett neu konstruiert", sagte Professor Rainer Wallnig, der frühere Vorsitzende des Museumsvereins. Er war maßgeblich daran beteiligt, die ursprünglich nur temporär installierte Installation zu einer dauerhaften zu machen. Ein hartes Stück Arbeit.

Es hat geklappt: Ab sofort wird die "Traumstraße" Nacht für Nacht farbenfroh erleuchtet. Bei der offiziellen Begrüßung war die Stimmung entsprechend fröhlich. Bei Flaschenbier und anderen kalten Getränken erwarteten etwa 180 Menschen bei hitzigen abendlichen Temperaturen das Licht. Die Dämmerung setzte ein, in der Hohlgasse wurde es hell. Hell und bunt.

Im Rahmen des Kunst-Landschaftsprojekts "Ein ahnungsloser Traum vom Park", initiiert von Museumsdirektorin Susanne Titz und dem Düsseldorfer Kurator Markus Ambach, hatte der englische Künstler Alex Morrison 2013 die fünf Laternen, die an Fackeln erinnern, die Kinder zu St. Martin basteln, entlang der Gasse installiert. Seitdem heißt der Hohlweg "Traumstraße". Ein großer und hübscher Name für eine Gasse, die sehr unscheinbar unterhalb der Turnhalle des Humas verläuft und in den Hans-Jonas-Park mündet. Selbst Ortskundige haben sie erst durch die künstlerische Bearbeitung entdeckt. Alex Morrison hat die Wahrnehmung des Weges verändert, er hat dem ansonsten eher vernachlässigten Pfad einen ganz besonderen, poetischen Charme verliehen.

Reiner Wallnig erinnerte an die Bemühungen des Museumsvereins, die Installation zu einer dauerhaften zu machen. Der Verein garantierte einen Festbetrag für die Restaurierung der Laternen, den Rest des benötigten Geldes wollte man 2014 aus dem Förderprogramm "Wohnumfeldverbesserungen bei bürgerlichem Engagement" hereinholen. Der Antrag wurde abgelehnt, weil die Verwaltung Folgekosten bei eventuellem Vandalismus befürchtete. Ein Jahr später folgte der zweite Antrag. Er wurde genehmigt, weil die Politik es so wollte.

Gut gelungen - die Traumstraße. Was stört, sind die alten runden Straßenlampen, die zwischen den Kunstobjekten von Morrison stehengeblieben sind. Da sollte die Politik noch mal entschlossen ran. Weg damit, sie sind nicht mehr nötig. Die Laternen von Alex Morrison haben jetzt ihre Aufgabe übernommen. Und - ganz ehrlich - sie machen es viel besser und schöner.

Quelle: RP
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