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Mönchengladbach
Durch das Theater weht frische Berliner Luft

Mönchengladbach. Ansgar Weigner inszeniert die beliebte Operette "Frau Luna" von Paul Lincke, Kapellmeister Alexander Steinitz leitet die Aufführungen. Am Samstag, 12. März, hat die burleske Revue Premiere in Rheydt. Von Dirk Richerdt

Der Roman "Von der Erde zum Mond" des französischen Science-Fiction-Autors Jules Verne, 1865 in Paris erschienen, löste eine regelrechte Mond-Begeisterung aus. Dazu gehörten auch Mond-Revuen. Eine solche ist die Operette "Frau Luna" des Berliners Paul Lincke (1866-1946). Seit ihrer Uraufführung 1899 in Berlin ist sie von den Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Für das Theater Mönchengladbach setzt der aus Stolberg bei Aachen stammende Regisseur Ansgar Weigner "Frau Luna" neu in Szene, gut 30 Jahre, nachdem die kesse Berliner Posse hier zuletzt auf dem Spielplan gestanden hatte. Etliche der vom Komponisten 1899 aus mehreren seiner Schlager zum musikalischen Patchwork aneinandergefügten Gassenhauer sind bis heute Evergreens: "Schlösser, die im Monde liegen" gehört ebenso dazu wie der Marsch "Das ist die Berliner Luft". "In diesem Stück folgt ein Hit auf den andern", erklärt Weigner.

Die Handlung hat Unterhaltungswert - doch alles ist ein Traum des Berliner Mechanikers Fritz Steppke, der einen Flugballon bastelt, mit dem er, zwei Freunde und seine um ihre Miete besorgte Hauswirtin zum Erdtrabanten fliegen. "Um festzustellen, dass es keinen Mann im Mond, sondern eine Mondgöttin, Frau Luna eben, gibt", erzählt Ansgar Weigner, der nach Stationen als Abendspielleiter in Wiesbaden und Chemnitz mittlerweile freiberuflich als Regisseur unterwegs ist. Für ihn erfolgten die Uraufführung der Operette und das Erscheinen der Schrift "Die Traumdeutung" von Sigmund Freud nicht zufällig im gleichen Jahr, 1899. "Die romantischen Vorstellungen vom Mond damals halten mit dem heutigen Wissen, wie es auf dem Mond aussieht, nicht stand", betont Weigner, "der Mond ist heute entzaubert."

So haben Bühnenbildner Jürgen Kirner und Weigner beschlossen, die Handlung in die Gegenwart zu verlegen. Dabei stellt Berlin die Kulisse. "So bekommt das satirische Stück fast offenbach'schen Charakter", verspricht der 40-Jährige. Aus dem Berliner Arbeiter Steppke wird ein Arbeitsloser, der politisch "hinterm Mond" lebt und so Probleme bekommt. Auch, weil er zwischen zwei Frauen steht. Der Regisseur möchte mit der Produktion gern auch jüngere Jahrgänge ansprechen.

Der musikalische Leiter, Alexander Steinitz, schätzt an "Frau Luna" besonders das "schwungvolle Wechselspiel von sinfonischen Abschnitten, Chor-Orchester-Partien und Solonummern". Im Orchester wirkt ein selten begegnendes Percussioninstrument mit: der Waldteufel. "Damit simuliert Paul Lincke das Geräusch der Ballonfahrt", erklärt der Erste Kapellmeister. Dass der Tonumfang der Solopartien eher begrenzt ist, sieht der Dirigent als Vorteil. So könne das Publikum die Schlager leichter mit- oder nachsingen.

Neben Debra Hays als Luna agieren bei der Premiere am 12. März, 19.30 Uhr, unter anderen: Markus Heinrich als Steppke, Rafael Bruck (Lämmermeier), Hayk Dèinyan (Pannecke), Kerstin Brix (Frau Pusebach), Susanne Seefing als Steppkes Braut Marie und Matthias Wippich als Haushofmeister Theophil.

Quelle: RP
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