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Mönchengladbach
Ein bisschen Extra-Glamour bei "Rising Stars"

Mönchengladbach. Eines der aufstrebenden Musiktalente, die Pianistin Sophie Pacini, ist gerade erst mit dem "Echo Klassik" ausgezeichnet worden. Von Christian Oscar Gazsi Laki

Alle zwei Jahre stehen in Mönchengladbach wieder die "Rising Stars" im Mittelpunkt. Dann dreht sich für einen Abend alles um eine handverlesene Auswahl musikalischer Talente. Junge Menschen, die auf diese oder jene Weise herausragend sind. Wer in solchen Momenten die Möglichkeit hat, mal einen Blick in die Kaiser-Friedrich-Halle zu werfen, der spürt sofort diese besondere Stimmung, diese herrliche Melange, die nur eine solche Veranstaltung erzeugen kann.

Der Initiativkreis Mönchengladbach in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kulturstiftung Europamusicale lädt ein, und sie kommen alle. Alles, was Rang und Namen hat und lauter Musikbegeisterte, die sich vom Enthusiasmus junger Instrumentalisten anstecken lassen.

Zum üblichen Charme, den diese Veranstaltung eindeutig mitbringt, ist der Glamourfaktor diesmal - auch ein bisschen dank glücklicher Umstände - noch größer gewesen als sonst. Denn eine der "Rising Stars" - die Pianistin Sophie Pacini - ist ganz frisch mit dem Echo Klassik als "Nachwuchskünstlerin des Jahres 2015 (Klavier)" ausgezeichnet worden. Die 24-Jährige hat bereits eine reich gefüllte Vita. Besonders erwähnenswert ist Pacinis enge Verbindung zu Martha Argerich, die sich auch deutlich hörbar in ihrem äußerst dichten, gleichzeitig markanten Spiel widerspiegelt. Ohne aber epigonal zu sein. Pacini ist Pacini! Ihre Interpretation von Liszts "Réminiscences de Don Juan" - ein Werk, das durch einen Zerrspiegel Lisztscher Manier Mozarts Don Giovanni durchdringt - ist der Höhepunkt des Abends.

Ist sie somit gewiss und zurecht in einem besonderen Fokus der Aufmerksamkeit gewesen, müssen sich jedoch die anderen Preisträger nicht verstecken. Sind sie alle entweder schon auf dem besten Weg, ausgewachsene Künstlerpersönlichkeiten zu werden. Oder sie werden als solche eingeschätzt. Das Talent dazu haben sie jedenfalls alle. So Amadeus Indetzki - Filmmusikkomponist.

Der 1995 geborene Auszubildende zum Veranstaltungstechniker hat eindrucksvoll seine bereits ansehnliche Kenntnis der internationalen Filmmusik-Sprache bewiesen. Am Keyboard, ganz in Hans-Zimmer-Manier, präsentiert er sich selbstbewusst mit Patterns experimentierend. Richard Münchhoff, mit dem er zusammen auch das Konzert beschließt, ist Schlagzeuger mit Herz und Seele. Jahrgang 1998, seit 2014 Jungstudent an der Kölner Musikhochschule, begeistert er nicht nur mit energiegeladener Kraft und jugendlich sprühender Impulsivität - auch als Komponist lässt er aufhorchen mit "London by night". Rebecca Rohner, geboren 1994, ist gleichfalls Studentin der Kölner Hochschule. Ihr Instrument ist das Saxofon. Sie verzückt mit musikalischer Spielfreude in einem zeitgenössischen absolut neckischen Bravourstück.

Die fünfte Preisträgerin im Bunde, Débora Ester Ñancupil Troncoso, ist Meisterin des selben Instrumentes: des Saxofons. Auch die gebürtige Chilenin, Jahrgang 1992, studiert ebenfalls in Köln bei Daniel Gauthier. Begleitet am Klavier von Jang Eun Bae, brilliert sie zunächst solistisch, mit ausgesprochen weicher Frasierung, um dann zusammen mit Rebecca Rohner unter gleicher Begleitung zu duettieren.

Am Ende überreichen Schirmherr und Moderator Norbert Bienen und Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners die "Insignien" der "Rising Stars". In der Hoffnung, dass alle Nachwuchs-Künstler nur Positives aus Mönchengladbach mit auf ihre weitere musikalische Lebensreise nehmen und bald wieder kommen mögen.

Quelle: RP
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