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Mönchengladbach
Ein Kinderbuch, das für Hockey wirbt

Mönchengladbach. Die frühere Nationalspielerin und Erzieherin Steffi Hiepen hat "Jimmy und die Platzpiraten" geschrieben, um ihren Sport bekannter zu machen. Daraus ist ein bundesweites Projekt geworden, das der Deutsche Hockeybund unterstützt. Von Karsten Kellermann

Steffi Hiepen hat eine Passion: ihren Job als Erzieherin. Als solche arbeitet die dreifache Mutter im Gladbacher Kindergarten Steinshütte. Mit ihren Anvertrauten hat sie auch über ihre zweite Leidenschaft gesprochen: Hockey. Hiepen war früher Nationalspielerin und Weltmeisterin. Als sie aber mit den Kindern über die ertragreichste Mannschaftssportart im Lande sprach, stellte sie fest: "Sie haben Hockey nicht auf dem Radar." Ein trauriges Ergebnis der Feldforschung unweit des Hockeyparks, der keine zwei Minuten vom Dorthausener Kindergarten entfernt ist. Als Hiepen dann mal einen Krummschläger mitbrachte, "war die Begeisterung sofort da". Erleben als Werbeeffekt. Sie hatte noch eine andere Idee, den Hockeysport zu bewerben - daraus ist inzwischen ein bundesweites Projekt geworden. Steffi Hiepen hat ein Kinderbuch über Hockey geschrieben: "Jimmy und die Platzpiraten" (dazu gibt es auch ein passendes Freunde-Buch). Es ist die Geschichte von Jimmy, der traurig ist, weil im Kindergarten kein anderes Kind seine Hockey-Leidenschaft teilt. Fußball, Handball, Kampfsport, Reiten oder Eishockey, das kennen die anderen, aber nicht Hockey. Er und Erzieherin Silke schmieden einen Plan, das zu ändern.

Dass in der erfundenen Geschichte viel Realität steckt, ist beabsichtigt. Und auch die unverschleierte Ähnlichkeit einiger Figuren mit realen Hockey-Menschen. Da gibt es zum Beispiel die Trainerin Natascha, deren Referenzperson Olympiasiegerin Natascha Keller ist. Oder Floh, den zweiten Trainer der Platzpiraten. In ihm spiegelt sich der frühere Welthockey-Spieler Florian Kunz wider, inzwischen Vorsitzender des Gladbacher HTC. Zum Team der Platzpiraten gehören "Lisa" und "Mats", deren tatsächliche Vorbilder die Ur-Gladbacher Hockeyspieler Lisa Hahn und Mats Grambusch sind, "Janne", in Wirklichkeit Nationalspielerin Janne Müller-Wieland und "Mo", wie alle anderen gezeichnet von Illustratorin Inken Süß, die Kinderversion von Deutschlands aktuellem Star-Spieler Moritz Fürste. Sie alle stellen am Ende des Buches auch klar, warum sie Hockey cool finden. Steffi Hiepen hat die Stars der Branche als Ancor(wo)men gewählt, weil sie weiß, dass es Idole braucht, um einen Sport interessant zu machen. Ihr Buch ist für Kindergarten- und Grundschulkinder konzipiert und auch mit einem pädagogischen Ansatz versehen - da kommen die Erzieherin und die Hockeyspielerin Hiepen zusammen. Durch das Buch, das die Powerplay Medienholding in Potsdam herausgegeben hat und von der Club4moreKG vertrieben wird, ist sie nun auch als Werbeträgerin für den Hockey-Sport unterwegs. "Hockey ist cool - die Platzpiraten erobern die Kindergärten", heißt das Projekt zum Buch. Es läuft seit Anfang August in Kooperation mit dem Deutschen Hockeybund und dessen Werbepartnern Ergo und Kyocera, die 700 der 2500 Exemplare der Erstauflage gesponsert haben. Diese Bücher stehen kostenlos zur Verfügung.

Alle 371 Hockey-Klubs im Lande haben das Buch bekommen. "Sie können damit in Kindergärten und Grundschulen Öffentlichkeitsarbeit machen", sagt Steffi Hiepen. Ein persönlicher Brief aus ihrer Feder liegt dem Buch bei. "Es ist mir eine Herzensangelegenheit, auch schon den Kleinsten unseren schönen Sport vorzustellen", steht darin. Ihr Buch hat ein gutes Ende. Nele, Jimmys Freundin, geht auch zum Hockey. Steffi Hiepen hofft, dass auch in der Realität künftig ganz viele Kinder zu dem Schluss kommen: "Hockey ist cool."

Quelle: RP
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