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Mönchengladbach
Es geht weiter aufwärts mit der Kultur

Mönchengladbach. Ohne Kultur ist eine Stadt nicht lebenswert, sagen Dieter Breymann und Ulrich Elsen. Die beiden kulturpolitischen Sprecher von CDU und SPD haben einige Posten in den Haushalt eingebracht. Der Rat entscheidet am 14. Dezember. Von Inge Schnettler

Sie sind sich in vielen Punkten einig. Das erleichtert nicht nur ihre Arbeit, das weckt auch Überzeugungs- und Durchsetzungskraft. Die beiden kulturpolitischen Sprecher Dieter Breymann (CDU) und Ulrich Elsen (SPD) haben eine Riesenfreude an der kulturellen Entwicklung der Stadt. Und sie wollen, dass noch mehr passiert - sowohl in den klassischen Instituten als auch in der freien Szene. Deshalb setzen sie sich dafür ein, dass den agierenden Personen Wertschätzung entgegengebracht - und mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Denn: "Die Kultur schafft Identität mit der Stadt." (Ulrich Elsen) und "Die Kultur macht Städte lebenswert." (Dieter Breymann) Damit haben sie ihr Credo gefunden, für das es sich lohnt, Einsatz zu bringen. Und das tun die beiden.

Die Dozentenhonorare werden erhöht - "und zwar nicht kosmetisch, sondern tatsächlich". Die Kursgebühren seien kontinuierlich angehoben worden, die Honorare für die Lehrer aber nicht. "Durch die Flüchtlingssituation sind auf die Dozenten wesentliche neue Aufgaben zugekommen", sagt Ulrich Elsen. Da andere Städte in der Region die Honorare bereits erhöht hätten, sei, wenn Mönchengladbach nicht nachzieht, die Abwanderung bewährter Kräfte zu befürchten. "Vernünftige Arbeit - und die wird an der Volkshochschule geleistet - muss vernünftig bezahlt werden", sagt Dieter Breymann. "Das ist eine Frage der Gerechtigkeit", sagt Ulrich Elsen.

Beide sind fest entschlossen, Dr. Thomas Hoeps, den Chef des städtischen Kulturbüros, bei der Organisation und Durchführung von "Nachtaktiv" zu unterstützen und zu entlasten. Für Hoeps' neues Projekt "Kulturelle Bildung für junge Erwachsene" haben die beiden kulturpolitischen Sprecher zusätzliche Mittel beantragt. "Das Geld wird im Haushalt bereitgestellt", sagen sie. "Denn wenn wir Kultur in die Stadt bringen, müssen wir auch für Erklärungen sorgen."

"Wo Szene ist, fühlen sich Menschen zugehörig", sagt Ulrich Elsen. Deshalb sei es wichtig und richtig, die freie Szene zu fördern. Und er ist sicher: "Selten sind 100.000 Euro so gut angelegt worden wie für die Förderung der freien Szene."

Seit 30 Jahren ist der Etat des Museums Abteiberg und des Museums Schloss Rheydt nicht erhöht worden. "Es wird allerhöchste Zeit, nachzubessern", sagen Elsen und Breymann, die beide hocherfreut sind über die die Entscheidung der Deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA, das Städtische Museum Abteiberg zum Museum des Jahres 2016 zu wählen.

Derzeit wird an der Finanzierung für das "Theater der Zukunft III" gebastelt. Im Frühjahr 2017 wird die Verwaltung Zahlen vorlegen. "Ich schüttel den Kopf, wenn ich höre, was in Düsseldorf passiert", sagt Elsen. "So eine Diskussion werden wir über unser Theater nicht führen." Sie schade allen Städten, nicht nur Düsseldorf. Beide gehen davon aus, dass das Theater ab 2020 bis zu 1,5 Millionen mehr bekommen wird.

Im September 2017 wird es eine Gedächtnisausstellung für Johannes Cladders und Joseph Beuys im BIS geben. Die Sanierung der beiden Gebäude kostet 725.000 Euro. Im Frühling 2017 sollen die Arbeiten beginnen.

Quelle: RP
 
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