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Mönchengladbach
Exlibris-Portal ist ein "Qualitätssprung für die Stadtbibliothek"

Mönchengladbach. Die Bücherei bietet ab sofort ein Exlibris-Portal an. Die Datenbank gilt bereits jetzt in ihrer Sparte als einzigartig in Deutschland. Von Angela Wilms-Adrians

Dank der Schenkung des Sammlers Gernot Blum besitzt die Stadtbibliothek eine der größten Exlibris-Sammlungen Europas. Nun ist ein Teil der Sammlung über das Exlibris-Portal jederzeit einsehbar. Darüber hinaus können Kunsttechniken, Künstler, Eigner und mehr eingesehen werden. Der Landschaftsverband Rheinland fördert das Digitalisierungsprojekt von Mai 2015 bis Ende des Jahres mit 98.000 Euro.

Beim Pressegespräch betonte Kulturdezernent Gert Fischer: "Wir haben dem Sammler versprochen, dass wir uns um die Sammlung kümmern. Da reicht es nicht, sie aufzubewahren und zu überliefern. Kümmern heißt für mich auch, dass man mit der Sammlung arbeiten kann." Der Beigeordnete bezeichnete die Aufarbeitung für die öffentliche Nutzung als einen "irren Aufwand". Schließlich müssen neben der wissenschaftlichen Aufbereitung auch technische Fragen und Urheberrechte geklärt werden.

Seit 2013 ist ein Team der Stadtbibliothek damit beschäftigt, die Exlibris und Gebrauchsgrafiken der Gernot-Blum-Sammlung zu scannen, zu beschriften und in die Datenbank einzusortieren. Mit dem Geld des LVR könne nun das Versprechen an den Sammler eingelöst werden. Guido Weyer, Fachbereichsleiter von Bücherei und Archiv, hob zum aktuellen Stand hervor: "Wir sind weit gekommen, weiter als gedacht".

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Daniel Theveßen berichtete, dass bei der Digitalisierung zum Beispiel Daten zu Künstlern, Eignern, Herstellungstechniken, Motiven sowie außerdem Hinweise auf die umfangreiche, ebenfalls von Blum geschenkte Fachliteratur aufgenommen werden. "Das lässt eine umfangreiche und dezidierte Suche zu", versprach er - und hob den kunstgeschichtlichen und historischen Wert der aus den Exlibris gewonnenen Erkenntnisse hervor. Aus Urhebergründen können in der Bildergalerie noch nicht alle Grafiken und Zeichnungen abgebildet werden. Hier steht Theveßen in Kontakt mit Künstlern und Erben, wobei zuweilen detektivisches Gespür notwendig ist, um Ansprechpartner zu finden. Der Mitarbeiter lobte die "Nachhaltigkeit" der Bibliotheksarbeit vor Ort. In Dänemark gebe es eine vielleicht vergleichbare Datenbank, doch die sei personenabhängig und entsprechend im Fortbestand gefährdet. Über die Sammlung und Datensammlung könnte Mönchengladbach zum Exlibiris-Zentrum werden. Theveßen hofft jedenfalls, dass andere Sammler auf die Stadt zugehen werden. Norbert Kühn vom LVR begeisterte sich für die Arbeit und erkannte hierin einen "Qualitätssprung für die Bibliothek".

Der lateinische Begriff "Ex libris" heißt übersetzt "Aus den Büchern" und hat sich als Bezeichnung für Kleingrafiken durchgesetzt, die in Buchdeckel geklebt werden, um den Besitzer zu nennen. Die Exlibris sind online einsehbar unter: www.stadtbibliothek-mg.de; www.exlibrisportal.moenchengladbach.de; stadtbibliothek@moenchengladbach.de.

Quelle: RP
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