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Mönchengladbach
Geliebter, gehasster Kontrabass

Mönchengladbach. Der Grund für seine Misere ist der Kontrabass - "das schreckliche, unhandliche und uneleganteste Instrument". Das Ein-Mann-Stück von Patrick Süskind hat am Sonntag Premiere im Theater-Studio. Von Inge Schnettler

Er ist Mitte 50, ein einsamer Stubenhocker, er hasst Mozart und Wagner, hält Dirigenten für komplett überflüssig, und er ertränkt seinen Frust gern und regelmäßig in reichlich Bier. Er ist Mitglied in einem Staatsorchester, ein mittelmäßiger Musiker - er ist der Kontrabassist. Und da sein Instrument kaum für Soloparts geeignet ist, tritt er eigentlich nie wirklich in Erscheinung. Aus Rache unterschlägt er im Konzert deshalb auch schon mal die eine oder andere Note. Er preist die Vorzüge seines Instruments, das er gleichermaßen abgrundtief hasst. Denn der Kontrabass ist der eigentliche Grund für seine Misere - "das schreckliche, unhandliche und uneleganteste Instrument".

Der Kontrabassist hegt eine heimliche und aussichtslose Liebe zu Sarah. Seit Jahren schon schwelgt er heimlich in Liebe zu der Mezzosopranistin. Während er sich auf den Weg zum Dienst macht, überlegt er, was wohl passieren würde, wenn er sich traute, kurz vor dem Konzert lauthals "Sarah" zu rufen . . . Ob er es tut? Das lässt der Ein-Mann-Monolog von Patrick Süskind, der 1981 in München uraufgeführte wurde, offen.

"Der Kontrabass", das Stück, das von der Hassliebe eines Musikers zu seinem Instrument berichtet, ist inzwischen zu einem Dauerbrenner auf deutschen Bühnen geworden und ein Paradestück für einen Schauspieler. Michael Ophelders, seit der Spielzeit 2015/16 Ensemblemitglied am Gemeinschaftstheater, hat seinen Solo-Abend bereits mit großem Erfolg am Theater Trier und an etlichen anderen Häusern in Deutschland zeigen können. Im Theater Mönchengladbach ist das Stück in der soeben begonnenen Spielzeit auch zu sehen. Die Premiere ist am Sonntag, 25. September, um 20 Uhr im Studio.

Patrick Süskind hat nach seinem Geschichtsstudium zahlreiche Kurzgeschichten und Drehbücher für das Fernsehen geschrieben. Zu den beliebtesten Serien, deren Drehbücher er mit dem Regisseur Helmut Dietl verfasste, gehörten Kir Royal und Monaco Franze. Als Theaterautor debütierte er 1981 mit dem Einakter "Der Kontrabass". Dieser Monolog über eine arme Musikantenseele wurde zu einem Dauerbrenner auf deutschen Bühnen. Der große Welterfolg gelang Süskind 1985 mit dem Roman "Das Parfum", der in mehr als 33 Sprachen übersetzt wurde.

Karten für "Der Kontrabass" am Sonntag, 25. September, 20 Uhr, im Studio des Theaters sind erhältlich unter 02166/6151-100 oder auf www.theater-krmg.de

Quelle: RP
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