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Mönchengladbach
Gregor Schneider wird Professor in Düsseldorf

Mönchengladbach. An der Kunstakademie wird er Nachfolger von Tony Cragg. Er ist berühmt für seine unbequeme Kunst. Von Inge Schnettler

Mit seinem "Haus u r" an der Unterheydener Straße und der Rieseninstallation "End", die er vor dem Museum Abteiberg verwirklichte, hat er größte Aufmerksamkeit in der Welt erregt. Das taten und tun eigentlich alle seine Arbeiten, die oft verstörend wirken und die in der Regel kontroverse Diskussionen auslösen. Jetzt wird Gregor Schneider, der 1969 in Rheydt geboren wurde, Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zum Sommersemester tritt er die Nachfolge von Tony Cragg an. Das teilte die Akademie gestern mit. Schneider war bereits Professor an der Akademie der Künste Berlin, an der Kunstakademie München und Gastprofessor an verschiedenen Hochschulen. Seit dem vergangenen Jahr ist Gregor Schneider Mitglied der Nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Schneider entspricht nicht dem Bild des traditionellen Bildhauers. Er sorgt mit seinen oft unheimlichen, aber auch politisch brisanten Räumen und Projekten immer wieder für Aufsehen. Ende 2014 brachte er Schutt aus dem Rheydter Geburtshaus von Hitlers Propagandaleiter Joseph Goebbels nach Warschau. Die Synagoge Stommeln in Pulheim bei Köln ließ Schneider zeitweise hinter einer eintönigen Wohnhausfassade verschwinden. Für sein "Totes Haus u r" wurde er 2001 mit dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig ausgezeichnet - Schneider ließ das Haus in Einzelteilen aus dem Rheinland nach Venedig transportieren und baute es in den deutschen Pavillon ein. Spätestens seitdem gehört der Künstler, der heute 47 Jahre alt wird, zur international gefeierten Künstlerszene.

Gregor Schneider hat von 1989 bis 1992 an der Kunstakademie Düsseldorf, an der Kunstakademie Münster sowie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert. Seine erste Ausstellung, die er schon mit 16 Jahren in der Galerie Kontrast in Mönchengladbach präsentierte, nannte er "Pubertäre Verstimmung". Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitete er mit Räumen in Galerien und Museen, die er als dreidimensionale, begehbare Skulpturen begreift.

Quelle: RP
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