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Mönchengladbach
Ins Museum gehn, ist keine Kunst! Oder?

Mönchengladbach: Ins Museum gehn, ist keine Kunst! Oder?
Christian Krausch, Geschäftsführer des Museumsvereins, Museumschefin Susanne Titz, der stellvertretende Vorsitzende des Museumsvereins, Uwe Hillekamp, Volksbank-Vorstand Franz Meurers und der Künstler Norbert Krause (v.l.) proben schon mal die Schlange. FOTO: Detlef Ilgner
Mönchengladbach. Eine Menschenschlange bis zum Museum Abteiberg, ein Einbruch und die Suche nach Trampelpfaden zur Kunst - so etwa wird das Projekt von Norbert Krause aussehen. Die Volksbank unterstützt es mit ihrer Crowdfunding-Plattform. Von Inge Schnettler

Das erste Mal ist wichtig. Und wer es einmal getan hat, wird es womöglich immer wieder tun. Diese Erfahrung hat Susanne Titz gemacht. Die Direktorin des Museums Abteiberg kennt die Vorbehalte der Bürger gegen das Museum und die Hemmschwelle, die sie davon abhält, es zu betreten. "Es besteht der Verdacht: Es ist schwierig hineinzukommen, und dann ist die Kunst auch noch anstrengend." Der Künstler Norbert Krause hat die Bedenken der Menschen ernstgenommen und reagiert mit einem Projekt darauf. Der Titel "Ins Museum gehn, ist keine Kunst" stammt von Freimeister Johannes Jansen, der ihn gern zur Verfügung gestellt hat.

Norbert Krause will an sechs Tagen - vom 5. bis 10. September - auch Menschen für das Museum interessieren, die normalerweise einen großen Bogen um den Hollein-Bau machen. "Dabei gehört das Museum mit seinem Skulpturenpark zu den spannendsten Orten in der Stadt", sagt Konzeptkünstler Krause. Der übrigens nicht zum ersten Mal künstlerisch auf das Museum Abteiberg reagiert. Vor fünf Jahren ließ er 100 mit Zahnstochern bewaffnete Kastanienritter gegen das Haus antreten. Die Armee forderte die Leitung auf, die Kunst tiefer zu hängen, damit zukünftig auch kleine Wesen wie sie die Werke betrachten können. Diesmal will er den Menschen - großen und kleinen - das Museum schmackhaft machen.

Das Projekt muss finanziert werden. Dabei hilft die Volksbank - mit dem reichen Erfahrungsschatz, den die Bank bereits mit Crowdfunding (Motto: Viele schaffen mehr) gemacht hat. Die sechs bisherigen Projekte, eines davon ist die blaue Fahrradroute zwischen den Innenstädten von Gladbach und Rheydt, wurden allesamt auf diese Art finanziert. Den Antrag an die Volksbank stellte der Museumsverein - und so saßen sie dann irgendwann alle zusammen in einem Boot: Museum, Museumsverein, Volksbank, Künstler. Und jetzt sind die Gladbacher dran. 2500 Euro müssen bis zum 25. August um 23.59 Uhr auf der Seite www.voba-mg.viele-schaffen-mehr.de/Projekte_unterstuetzen eingehen. Für jede Spende ab 5 Euro gibt die Volksbank noch 10 Euro oben drauf. Und - das ist auch das Prinzip von Crowdfunding: Jeder, der zahlt, erhält ein Präsent. Konkret: Ab 10 Euro gibt es eine von Norbert Krause gestaltete Postkarte mit einem Museumsmotiv, ab 25 Euro ein ausgesägtes Stück eines Fotodrucks von Krause, und ab 50 Euro kommt ein Heft dazu, das die von Krause gefundenen Wege ins Museum beschreiben wird. Es werden nicht die üblichen sein, sondern eher Trampelpfade. Wer 250 Euro oder mehr gibt, kann sich auf eine Führung mit Susanne Titz hinter den Kulissen des Museums freuen. Sicher ist, dass es am letzten Tag der Aktion eine Menschenschlange von der Hindenburgstraße bis zum Eingang des Museums geben wird.

"Alles andere ist derzeit noch in der Mache", sagt Norbert Krause. Eine Idee ist noch nicht ganz konkret, hört sich aber klasse an. Das Projekt beginnt an einem Montag. Dann ist das Museum wie üblich geschlossen. "Möglicherweise muss ich dann einbrechen", sagt Norbert Krause. "Vielleicht machen war aber auch was im Außenbereich."

Quelle: RP
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