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Mönchengladbach
Kammermusik mit spanischem Flair

Mönchengladbach. Das erste Konzert der Kammermusikreihe lockte so viele Besucher an, dass das Studio des Theaters zu klein war, sie aufzunehmen. "La vida breve - Das kurze Leben" war ein besonderer Genuss - für die Ohren und für die Augen. Von Heide Oehmen

Um ausgefallene Ideen für ihre Kammermusikreihe sind die jeweils verantwortlichen Musikerinnen und Musiker der "Niederrheinischen Sinfoniker" nie verlegen. Doch dieses Mal haben sie sich selbst übertroffen. "La vida breve - Das kurze Leben" (nach der gleichnamigen Oper Manuel de Fallas) war ihr jüngstes Kammerkonzert benannt, zu dem der Konzertgitarrist Mateusz Goraj (als Gast) mitreißende und besinnliche, spanisches Lebensgefühl vermittelnde Kompositionen zusammengestellt hatte. Das Publikumsinteresse war so groß, dass das Studio des Theaters nicht ausreichte und selbst der Konzertsaal gut besetzt war.

Der (auch) mit spanischer Musik sehr vertraute, interpretatorisch wie spieltechnisch hervorragende Gitarrist wurde bereits in der einleitenden "Invocación y Danza" von Joaquin Rodrigo (1901-1999) von drei eigens aus Sevilla angereisten Tänzern (Megumi Viola Pietroniro, Gianfranco Brogna und Remi Normand) unterstützt. Sie verstanden es, die faszinierende Musik wirkungsvoll zu überhöhen.

In "Asturias" von Isaac Albéniz (1860 -1909), einer das spanische Lebensgefühl mittels Gitarre und Cajon (einem hölzernen, der Trommel ähnlichen Musikinstrument, das Pascal Rojas bestens zu handhaben wusste) mitreißend darstellenden Komposition, konnten die drei vorbildlich harmonierenden Tänzer ihre Kunst noch ausdrucksvoller unter Beweis stellen.

Sieben von der Gitarre begleiteten spanischen Liedern Manuel de Fallas (1876-1946) schenkte Izabela Matula - Mitglied des Opernensembles - ihren facettenreichen Sopran voller Ausdrucksintensität. Mateusz Goraj war auch der brillante und technisch extrem geforderte Solist im Quintett für Gitarre und Streichquartett Nr. 4 D-Dur von Luigi Boccherini (1743-1805). Im Quartett musizierten klanggesättigt und emotionsgeladen Emir Imerov und Ellen Tillmann, Violine; Albert Hametoff, Viola und Lorena Meiners-Nitsch, Violoncello. Während bereits das Allegro maestoso sehr "spanisch" anmutete, würzten temperamentvolle Kastagnettenklänge (Megumi Viola Pietroniro und Gianfranco Brogna) den letzten Satz (Fadango). Wie auf der iberischen Halbinsel üblich, beschloss auch diesmal eine "Buleria por Fiesta", ein glutvoller, sich immer mehr steigernder Flamenco-Vortrag, die von begeistertem Beifall begleitete Matinee. In Spanien lassen sich stets viele zum Mittanzen animieren, hier war es lediglich Luca Ponti aus der Ballettcompagnie.

Das 2. Kammerkonzert ist am Sonntag, 8. November, 11 Uhr, im Studio des Theaters an der Odenkircher Straße. Thema: Mozart trifft Skandinavien.

Quelle: RP
 
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